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Komplexe Passwörter auf kleinen Displays: Wie gelingt die Anmeldung einfacher und trotzdem sicher?

Komplexe Passwörter sind auf mobilen Geräten oft umständlich einzugeben. Eine Anmeldung per QR-Code und PIN schafft Abhilfe. Im Interview erklärt Markus Feser, wie sich der Login vereinfachen lässt, welche Sicherheitsmechanismen dahinterstehen und warum davon Anwender und IT profitieren.
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Komplexe Passwörter auf kleinen Displays: Wie gelingt die Anmeldung einfacher und trotzdem sicher?

03. November 2026 | Lesezeit: 8 Minuten

Stefanie Wenzel

Strategisches Produktmarketing bei FIS

Komplexe Passwörter sind auf mobilen Geräten oft umständlich einzugeben. Eine Anmeldung per QR-Code und PIN schafft Abhilfe. Im Interview erklärt Markus Feser, wie sich der Login vereinfachen lässt, welche Sicherheitsmechanismen dahinterstehen und warum davon Anwender und IT profitieren.

Wie aus einer Kundenanforderung eine sichere QR-Code-Anmeldung wurde

Komplexe Passwörter sind ein wichtiger Baustein der IT-Sicherheit. Wer sie jedoch auf einem MDE, Scanner, Smartphone oder einem anderen Gerät mit kleinem Display eingeben muss, kennt die Herausforderung: Die Eingabe ist umständlich, Fehleingaben passieren leichter und im ungünstigsten Fall wird der Benutzer gesperrt. Im laufenden Betrieb wird aus einem alltäglichen Login damit schnell ein unnötiger Zeitfresser. Eine Anmeldung per QR-Code und PIN kann diesen Prozess deutlich vereinfachen. Doch genau hier beginnt die entscheidende Frage: Wie lässt sich der Komfort erhöhen, ohne die Sicherheit aus den Augen zu verlieren? Die Antwort liegt nicht allein im QR-Code, sondern in den Sicherheitsmechanismen dahinter.

Im Interview erklärt Markus Feser, Teamleiter Entwicklung im Bereich Warehouse & Transport Solutions bei FIS Informationssysteme und Consulting GmbH, wie sich eine einfache Anmeldung und hohe Security-Anforderungen miteinander verbinden lassen.

Warum ist die klassische Anmeldung mit Benutzername und komplexem Passwort gerade auf Geräten mit kleinen Displays eine Herausforderung?

Hohe Anforderungen an Passwörter sind aus Security Aspekten absolut sinnvoll. In vielen Unternehmen sind lange Passwörter mit Groß- und Kleinschreibung, Zahlen und Sonderzeichen deshalb Standard. Auf einem Desktop-PC oder Notebook lässt sich das problemlos handhaben. Auf einem MDE-Gerät, Scanner, Smartphone oder Tablet mit kleiner Bildschirmtastatur ist die Situation eine andere: Die Eingabe dauert länger und die Gefahr, sich zu vertippen, steigt. Mehrere Fehleingaben können dazu führen, dass der Benutzer gesperrt wird. Dann kann der Mitarbeiter nicht auf seine Anwendung zugreifen und die IT muss den Zugang wieder freischalten. Gerade in operativen Bereichen entsteht daraus schnell eine unnötige Unterbrechung. Genau diese Herausforderung ist uns in Projekten immer wieder begegnet.

Wie lässt sich die Anmeldung vereinfachen, ohne dafür die bestehenden Sicherheitsanforderungen an Passwörter zu reduzieren?

Unser Ansatz ist, nicht das Passwort einfacher zu machen, sondern die Art der Anmeldung. Der Mitarbeiter erhält eine persönliche Authentifizierungskarte mit einem individuellen QR-Code. Bei der Anmeldung scannt er diesen Code und gibt anschließend seine persönliche PIN ein. Deren Länge kann entsprechend den Anforderungen 4- oder 6-stellig konfiguriert werden.

Damit entfällt im täglichen Einsatz die aufwendige Eingabe von Benutzername und komplexem Passwort über die kleine Tastatur. Gerade bei mobilen Anwendungen ist das eine deutliche Erleichterung. Gleichzeitig war für uns von Anfang an klar: Wenn wir einen einfacheren Anmeldeweg schaffen, müssen wir uns sehr genau ansehen, wie wir diesen absichern.

Welche Security-Anforderungen musste die QR-Code-Anmeldung erfüllen und wie wurden diese umgesetzt?

Entscheidend ist, was im QR-Code steckt und wie die Anmeldung zusätzlich abgesichert wird. Benutzername und Passwort einfach in einem QR-Code zu hinterlegen, wäre zwar bequem, aus Security Sicht aber keine gute Lösung. Deshalb enthält der persönliche QR-Code einen Token. Für die Anmeldung benötigt der Mitarbeiter zusätzlich seine PIN. Der QR-Code allein reicht also nicht aus.

Auch bei Verlust der Karte greifen zusätzliche Schutzmechanismen: Nach drei falschen PIN-Eingaben wird der Token gesperrt und kann erst durch einen Administrator wieder freigegeben werden. Zusätzlich kann die Anmeldung auf definierte IP-Adressbereiche beschränkt werden. Bei höheren Sicherheitsanforderungen lässt sich außerdem eine Zwei-Faktor-Authentifizierung ergänzen. Der Anwender benötigt dann zusätzlich ein zeitlich begrenztes Einmalpasswort über eine Authenticator-App.

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Sicherheit entsteht damit nicht durch den QR-Code selbst, sondern durch die Mechanismen dahinter. Wie sieht das für den Mitarbeiter im Arbeitsalltag aus?

Für den Mitarbeiter bleibt der Vorgang bewusst einfach. Über eine Self-Service-Anwendung erstellt er einmal seine persönliche Authentifizierungskarte. Dafür meldet er sich zunächst wie gewohnt mit Benutzername und Passwort an. Anschließend hat er für die tägliche Nutzung seine Karte mit dem persönlichen QR-Code. Bei der Anmeldung scannt er den QR-Code und gibt seine PIN ein. Mehr ist nicht erforderlich. Gerade auf Geräten mit kleinen Displays entfällt damit die umständliche und fehleranfällige Eingabe des komplexen Passworts. Die zusätzlichen Sicherheitsmechanismen greifen im Hintergrund beziehungsweise dann, wenn sie tatsächlich benötigt werden.

Die Lösung ist aus Anforderungen der Lagerlogistik entstanden. Ist sie damit vor allem für MDE-Geräte und Scanner interessant?

Dort ist der Nutzen besonders offensichtlich. Wer mit einem MDE-Gerät oder Scanner arbeitet, merkt sehr schnell, wie umständlich die Eingabe eines komplexen Passworts über ein kleines Display sein kann. Technisch ist die Lösung aber weder auf MDE-Geräte noch auf die Lagerlogistik oder eine bestimmte SAP-Anwendung beschränkt.

Sie kann grundsätzlich für Webanwendungen eingesetzt werden und damit beispielsweise auf Smartphones, Tablets, Notebooks oder Desktop-PCs. Auch fachlich ist der Ansatz breiter. Neben Anwendungen in SAP EWM oder SAP Stock Room Management sind beispielsweise mobile Anwendungen in der Instandhaltung denkbar. Entscheidend ist nicht das konkrete Gerät oder der Prozess, sondern die Authentifizierung an der jeweiligen Webanwendung.

Welchen Nutzen hat ein Unternehmen davon, wenn es nicht nur den einzelnen Login, sondern den gesamten Anmeldeprozess vereinfacht?

Zunächst profitiert natürlich der Anwender, weil eine wiederkehrende und lästige Eingabe entfällt. Gleichzeitig lassen sich Fehleingaben und daraus resultierende Benutzersperren reduzieren. Das wiederum kann die IT entlasten, weil sie weniger gesperrte Zugänge wieder freischalten muss. Und gerade in operativen Bereichen darf man nicht vergessen: Solange ein Mitarbeiter wegen seines gesperrten Zugangs nicht auf seine Anwendung zugreifen kann, steht er auch dem eigentlichen Prozess nicht wie vorgesehen zur Verfügung.

Hinzu kommt die Akzeptanz bei den Anwendern. Wenn Unternehmen neue mobile Anwendungen einführen, sollen diese die tägliche Arbeit erleichtern. Dann ist es kontraproduktiv, wenn die erste Hürde bereits die Anmeldung ist. Ein einfacher Zugang kann deshalb einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass neue Anwendungen von den Mitarbeitenden besser angenommen werden.

Gerade bei der Anmeldung prallen Komfort und IT-Security schnell aufeinander. Was war bei der Entwicklung deshalb besonders wichtig?

Entscheidend war für uns, beide Perspektiven zusammenzubringen. Die Anwender wollen sich schnell und unkompliziert anmelden. Die IT muss gleichzeitig sicherstellen, dass daraus keine neue Schwachstelle entsteht. Was passiert, wenn diese beiden Anforderungen nicht zusammenpassen, sieht man in der Praxis durchaus: Dann entstehen eigene Workarounds, weil die Mitarbeiter versuchen, sich den Arbeitsalltag zu erleichtern. Genau das kann sicherheitskritisch werden.

Werden beispielsweise Benutzername und Passwort direkt in einem Barcode hinterlegt, ist die Anmeldung zwar einfach. Geht dieser Barcode verloren, können jedoch auch die Zugangsdaten in falsche Hände geraten. Unser Ansatz war deshalb nicht, Security zugunsten von Komfort zurückzunehmen, sondern einen einfachen Anmeldeweg von Anfang an entsprechend abzusichern. Die Anforderungen aus der Praxis und insbesondere die Rückmeldungen von IT-Sicherheitsverantwortlichen sind dabei direkt in die Weiterentwicklung der Lösung eingeflossen.

Fazit: Gute Security muss auch im Arbeitsalltag funktionieren

Diese Herausforderung zeigt, dass IT-Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit nicht getrennt voneinander betrachtet werden sollten. Denn auch eine technisch sichere Lösung muss sich im täglichen Einsatz bewähren. Ist die Nutzung zu umständlich, steigt die Gefahr, dass Anwender nach eigenen Vereinfachungen und Workarounds suchen. Die QR-Code-Anmeldung zeigt einen anderen Ansatz: Nicht die Sicherheitsanforderungen werden reduziert, sondern der Zugang wird so gestaltet, dass er für den Anwender einfacher wird und gleichzeitig kontrolliert abgesichert werden kann. Damit wird die Anmeldung vom vermeintlichen Detail zu einem wichtigen Baustein für praxistaugliche Digitalisierung – gerade dort, wo mobile Anwendungen täglich und häufig genutzt werden.

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