Metrikenlisten in der SAP Analytics Cloud: Kennzahlen mit My Metrics einfach im Blick behalten
2. Juni 2026 | Lesezeit: 7 Minuten

Consultant Business Intelligence bei FIS
Die SAP Analytics Cloud (SAC) bietet mit der Funktion „Metrikenliste“ eine kompakte und zugleich leistungsstarke Möglichkeit, relevante Kennzahlen strukturiert zu überwachen. Während klassische Stories oder Analytic Applications oft umfangreiche Analysen darstellen, fokussiert sich die Metrikenliste gezielt auf die wichtigsten KPIs und stellt diese in einer übersichtlichen, personalisierten Ansicht bereit.

Doch was verbirgt sich konkret hinter diesem Feature und wie lässt sich dieses sinnvoll im Daily Business einsetzen? In diesem Beitrag beleuchten wir die Funktionen sowie Stärken und Schwächen der Metrikenliste.

Was ist eine Metrikenliste?
Eine Metrikenliste (engl. metrics list) ist im Kern ein personalisierter Report, der ausgewählte Kennzahlen aus Stories oder Analytic Applications in aggregierter Form darstellt. Ziel ist es, Anwendern einen schnellen Überblick über den aktuellen Status der wichtigsten Geschäftsgrößen zu geben, ohne diese aus komplexen Berichten zusammensuchen zu müssen.
Es handelt sich hierbei um eine persistent verfügbare Übersicht, die jederzeit aufgerufen werden kann. Somit eignet sich die Metrikenliste insbesondere für Management-Dashboards oder operative Kennzahlen, die beispielsweise täglich überprüft werden, beziehungsweise zu denen man regelmäßige Updates erhalten möchte.
Erstellen einer Metrikenliste
Ein solcher Report lässt sich direkt aus einer bestehenden Story oder Analytic Application heraus oder im Bereich Meine Metriken in der SAC-Seitenleiste erstellen. Einzelne Diagramme oder Kennzahlen können aus einer Story / Analytic Application heraus über die Option „Zur Metrikenliste hinzufügen“ im Kontextmenü einer bereits bestehenden Liste zugeordnet werden. Es ist außerdem möglich, hier direkt eine neue Metrikenliste anzulegen. Dabei ist es egal, ob man sich im „Bearbeiten“- oder „Anzeigen“-Modus befindet.

Wichtig dabei: Nicht jeder Diagrammtyp wird unterstützt. Sollte ein Element nicht kompatibel sein, bietet die SAC im Auswahlprozess alternative Darstellungsformen an. Gegebenenfalls müssen zusätzliche Dimensionen ergänzt werden, um eine passende Visualisierung zu ermöglichen. Das Einbinden von Tabellen in eine Metrikenliste ist nicht möglich.
Außerdem ist zu beachten, dass Filter für eine Metrik ausschließlich beim Hinzufügen zur Metrikenliste definiert werden können. Eine nachträgliche Anpassung dieser Filter innerhalb der Metrikenliste ist derzeit nicht möglich. Daher sollte die Filterauswahl bereits bei der Erstellung sorgfältig erfolgen, da sie die spätere Aussagekraft der Kennzahl maßgeblich beeinflusst.
Personalisierung und Verwaltung
Ein großer Vorteil der Metrikenliste ist die Möglichkeit zur individuellen Anpassung. Anwender können selbst festlegen, welche Kennzahlen für sie relevant sind, und diese entsprechend strukturieren und priorisieren. Dadurch entsteht eine auf die jeweilige Rolle zugeschnittene Sicht auf die wichtigsten KPIs.
Über die Verwaltungsfunktionen lassen sich bestehende Metrikenlisten anpassen, neu laden oder die Anordnung der einzelnen Kacheln festlegen.

Die Inhalte spiegeln dabei die aktuellen Daten aus den zugrunde liegenden Modellen wider. Zu beachten ist, dass Änderungen an Filtern in der zugrunde liegenden Story oder Analytic Application nicht automatisch in bestehende Metriken übernommen werden. Es gelten weiterhin die Filtereinstellungen, die beim Hinzufügen der Metrik definiert wurden. Eine nachträgliche Synchronisierung erfolgt nicht.
Diese Einschränkung kann insbesondere dann kritisch werden, wenn sich zentrale Kennzahldefinitionen im Modell ändern. In solchen Fällen bleibt die Metrik auf dem ursprünglichen Stand, was zu Inkonsistenzen in Analyse und Reporting führen kann. Aktuell stellt SAP hierfür noch keine native Funktionalität bereit, die eine automatische Anpassung oder Synchronisierung der Metriken an geänderte Definitionen sicherstellt.
Zu diesem Theam gibt es allerdings einen aktiven Influence Request, der sich hier verfolgen lässt.
Daten intelligent nutzen – für bessere Geschäftsentscheidungen
Inhalt des Whitepapers
Abonnements und Benachrichtigungen
Des Weiteren besteht die Möglichkeit, Metrikenlisten zu abonnieren. Nutzer können in definierbaren Intervallen automatische Updates erhalten, die Daten-Änderungen oder aktualisierte Daten anzeigen. Benachrichtigungen erhalten die Empfänger in der SAP Analytics Cloud Umgebung und optional zusätzlich per Mail. In beiden Fällen lässt sich direkt ein Bericht über die zentralen Änderungen der Metrikenliste abrufen. Bei Bedarf können die Benachrichtigungen temporär deaktiviert werden, beispielsweise während Abwesenheiten.
So erfolgt das Abonnement einer Metrikenliste:



Technisch ist die Anzahl solcher zeitgesteuerten Veröffentlichungen an den Lizenzumfang des SAC Tenants gekoppelt: Pro Stunde können 5 % der verfügbaren SAC-Lizenzen als Publication-Jobs ausgeführt werden (mit mindestens einer Publication pro Stunde ab 25 Usern). Diese Begrenzung bezieht sich jedoch auf die Anzahl der Jobs selbst und nicht auf die Empfänger. Eine einzelne Veröffentlichung kann an beliebig viele interne SAC-Nutzer sowie zusätzlich an bis zu drei externe Empfänger verteilt werden.
Damit wird die Metrikenliste zu einem aktiven Monitoring-Werkzeug, das Anwender proaktiv über relevante Entwicklungen informiert.



Teilen und Zusammenarbeit
Metrikenlisten lassen sich sowohl vollständig als auch auf Ebene einzelner Metriken mit anderen Nutzern teilen. Dadurch können relevante KPIs gezielt mit Kollegen oder Teams zur Verfügung gestellt werden, ohne dass komplette Stories oder Analysen weitergegeben werden müssen. Die Freigabe erfolgt dabei über das Kontextmenü der Metrikenliste oder direkt über die jeweilige einzelne Metrik. Im Rahmen der Freigabe kann zudem festgelegt werden, welche Berechtigungen der Empfänger erhält. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass jeder Nutzer genau die für ihn relevanten Kennzahlen im Blick hat.
Welche Einschränkungen bringt die Nutzung von Metrikenlisten mit sich?
Metrikenlisten bieten bewusst nur eine stark reduzierte Sicht auf zentrale Kennzahlen.
Kontextinformationen wie Dimensionen, Drilldowns oder ergänzende Visualisierungen und Tabellen fehlen weitgehend.
Für tiefgehende Analysen und fundierte Entscheidungen müssen daher weiterhin klassische Stories oder Analytic Applications herangezogen werden.
Die Integration von Tabellen oder detaillierten Datenansichten ist in einer Metrikenlisten nicht möglich.
Dadurch fehlen insbesondere strukturierte Detailinformationen, die für eine tiefergehende Analyse notwendig wären.
Nutzer erhalten somit nur eine stark aggregierte Sicht auf Sachverhalte.
Da Filter und Einstellungen individuell beim Hinzufügen einer Metrik festgelegt werden, können unterschiedliche Nutzer auf abweichende Datenstände blicken.
Eine zentrale Steuerung oder Vereinheitlichung dieser Einstellungen erfolgt nicht automatisch.
Dadurch besteht das Risiko, dass Kennzahlen unterschiedlich interpretiert werden.
Im Vergleich zu Stories bietet die Metrikenliste nur begrenzte Interaktionsmöglichkeiten.
Funktionen wie erweitertes Filtern, Drilldown oder Navigation innerhalb der Daten sind nur eingeschränkt oder gar nicht verfügbar.
Dadurch reduziert sich die Möglichkeit, Auffälligkeiten direkt weiter zu analysieren.
Allerdings besteht die Möglichkeit, über das Kontextmenü einer Metrik direkt zur ursprünglichen Grafik zu springen.
Filtereinstellungen werden beim Hinzufügen einer Metrik einmalig definiert und bleiben danach unverändert bestehen.
Änderungen an Filtern oder Definitionen in der zugrunde liegenden Story werden nicht automatisch übernommen.
Dies kann dazu führen, dass Metriken nicht mehr dem aktuellen fachlichen Stand entsprechen.
Fazit: Business Intelligence meets User Experience
Die Metrikenliste in der SAP Analytics Cloud bietet eine einfache und effektive Möglichkeit, zentrale Kennzahlen im Blick zu behalten. Durch die Kombination aus Personalisierung, Abonnements und intelligenten Analysen entsteht ein leistungsfähiges Werkzeug für das tägliche Monitoring.
Insbesondere in Szenarien, in denen schnelle Entscheidungen auf Basis aktueller Kennzahlen erforderlich sind, spielt die Metrikenliste ihre Stärken aus. Unternehmen profitieren von einer klaren, fokussierten Sicht auf ihre wichtigsten KPIs – jederzeit verfügbar und individuell anpassbar.

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