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KI im Unternehmen: Warum KI-Projekte scheitern und welche drei Schritte zum Erfolg führen

Kennen Sie das? Sie haben konkrete KI-Anwendungsfälle identifiziert und in neue Technologien investiert. Dennoch bleibt die erhoffte Effizienzsteigerung oder der Wettbewerbsvorteil aus. Das liegt oft nicht an der KI selbst, sondern an den fehlenden Voraussetzungen. Erfahren Sie im Beitrag, welche drei Schritte entscheidend für den erfolgreichen KI-Einsatz sind.
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KI im Unternehmen: Warum KI-Projekte scheitern und welche drei Schritte zum Erfolg führen

24. September 2026 | Lesezeit: 10 Minuten

Florian Mahlmeister

Produktmanager bei FIS

Kennen Sie das? Sie haben konkrete KI-Anwendungsfälle identifiziert und in neue Technologien investiert. Dennoch bleibt die erhoffte Effizienzsteigerung oder der Wettbewerbsvorteil aus. Das liegt oft nicht an der KI selbst, sondern an den fehlenden Voraussetzungen. Erfahren Sie im Beitrag, welche drei Schritte entscheidend für den erfolgreichen KI-Einsatz sind.

Warum der Einsatz von KI nicht den gewünschten ROI erzielt

Die Erwartungen an Künstliche Intelligenz sind hoch. Unternehmen möchten Prozesse automatisieren, Mitarbeiter im Arbeitsalltag entlasten und fundiertere Entscheidungen treffen. Entsprechend groß ist das Interesse an KI-Assistenten, Agenten oder intelligenten Automatisierungslösungen. Auch KI-Tools wie ChatGPT stehen bei vielen Unternehmen im Mittelpunkt aktueller Digitalisierungsinitiativen.

In der Praxis zeigt sich jedoch häufig ein anderes Bild: Trotz hoher Investitionen für die Implementierung von KI-Systemen bleiben viele Prozesse weiterhin manuell. Pilotprojekte erreichen nicht die zuvor definierten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen und der erwartete Return on Investment (ROI) stellt sich nicht ein.

Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die KI-Strategie häufig direkt vom Anwendungsfall ausgeht. Unternehmen konzentrieren sich primär auf die Frage, welche Aufgaben eine KI in einem Bereich übernehmen soll. Die entscheidende Grundlage wird dabei oftmals übersehen: die Daten.

Künstliche Intelligenz ist kein Werkzeug, das sich einfach aktivieren lässt. Sie benötigt qualitativ hochwertige Daten und Regeln, um verlässliche Ergebnisse liefern zu können. Fehlen diese, entstehen ungenaue Analysen, fehlerhafte Empfehlungen oder ineffiziente Automatisierungen.

Welche Fehler bremsen die KI-Einführung am häufigsten aus?

In vielen Projekten zeigen sich ähnliche Stolpersteine:

Schlechte Datenqualität

Unvollständige oder fehlerhafte Daten führen zu unzuverlässigen KI-Ergebnissen.

Datensilos

Verteilte Informationen verhindern eine ganzheitliche Sicht auf Prozesse und Zusammenhänge.

Fehlende Verantwortlichkeiten

Ohne klare Zuständigkeiten bleibt die Datenqualität langfristig nicht stabil.

Zu starke Fokussierung auf Technologie

KI kann Prozess- oder Datenprobleme unabhängig von der Art der eingesetzten Technologie nicht automatisch lösen.

Die Nutzung von KI muss nahtlos in bestehenden Prozessen erfolgen.

Unrealistische Erwartungen

KI ist kein Selbstläufer, sondern Teil einer langfristigen Strategie zur Transformation.

Einbindung der Teams

Fehlendes Vertrauen, unzureichende Kenntnisse oder die Angst vor Jobverlust durch KI kann die Motivation innerhalb der Organisation bremsen.

Schulungen sind entscheidend für die Integration von Mitarbeitenden in KI-Projekte und den Aufbau von Kompetenzen.

Unternehmen sollten daher nicht zuerst über die nächste KI-Anwendung sprechen, sondern über Datenqualität, Prozesse und KI-Governance. Ebenso spielen Datenschutz, Sicherheit und ein strukturiertes Risikomanagement bei der Umsetzung von KI-Projekten eine zentrale Rolle.

Aus der Projektpraxis hat sich deshalb ein dreistufiges Vorgehen bewährt:

  • erstensEin stabiles Stammdatenfundament schaffen
  • zweitensDaten systemübergreifend verfügbar machen
  • drittensKI-Anwendungsfälle gezielt umsetzen und skalieren

Erst wenn die ersten beiden Ebenen aufgebaut sind, kann KI ihr Potenzial im Unternehmen vollständig entfalten.

Schritt 1: Warum sind Stammdaten die wichtigste Voraussetzung für Künstliche Intelligenz?

KI ist nur so gut wie die Daten, auf denen sie basiert. Vollständige, konsistente und aktuelle Stammdaten bilden die Grundlage für verlässliche Ergebnisse und eine nachhaltige Qualitätssicherung. Datenvorbereitung beansprucht oft die meiste Zeit bei KI-Projekten.

Viele Unternehmen kämpfen bereits seit Jahren mit bekannten Herausforderungen: unvollständige Stammdaten, Dubletten, unterschiedliche Datenstände in verschiedenen Systemen oder fehlende Qualitätsstandards.

Die Auswirkungen zeigen sich bei KI-Anwendungen besonders deutlich.

Fehlerhafte oder unvollständige Stammdaten führen zu fehlerhaften Prognosen, schlechten Empfehlungen oder ineffizienten Automatisierungen. Schnell entsteht dann der Eindruck, dass die Technologie nicht den erhofften Nutzen bringt. Tatsächlich liegt die Ursache jedoch häufig in der Datenqualität.

Ein Beispiel hierfür ist der Einsatz von Visual Search. Die KI erkennt auf einem Produktbild beispielsweise einen roten Sneaker. Fehlen im System jedoch relevante Produktattribute wie Farbe, Material oder Produktkategorie, können keine passenden Suchergebnisse ausgegeben werden. Die Technologie selbst funktioniert, scheitert jedoch an der zugrunde liegenden Datenbasis.

FIS-Wissen

Eine KI-gestützte Suchtechnologie, die Produkte anhand von Bildern erkennt und passende Ergebnisse liefert. Die KI analysiert das hochgeladene Foto und gleicht dessen Merkmale mit vorhandenen Produkt- und Stammdaten ab.

Ein weiteres Beispiel ist der Einsatz intelligenter Verpackungsagenten in der Logistik. Damit ein Agent Mitarbeitende beim Verpacken von Artikeln unterstützen kann, benötigt er vollständige und korrekt strukturierte Informationen über Maße, Eigenschaften oder Verpackungsvorgaben. Fehlen diese Angaben, kann die KI keine sinnvoll nutzbaren Empfehlungen liefern.

Abb. 1: Hierarchischer Aufbau der Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz von KI

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Was wir in der Orientierungs-Session klären

  • Sinnvolle Einstiegspunkte erkennen
    Wo kann KI bei Ihnen echten Mehrwert schaffen? Wir geben eine erste Orientierung.
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  • Nächste Schritte ableiten
    Sie erhalten eine Einschätzung, welche Themen und AI4ME-Bausteine relevant sind 

Praxistipp: Datenqualität systematisch bewerten

Unternehmen sollten sich zu Beginn jeder KI-Initiative folgende Fragen stellen:

  • Sind Stammdaten vollständig und aktuell?
  • Gibt es klare Verantwortlichkeiten für die Datenpflege?
  • Werden Datenqualitätsregeln definiert und wie erfolgt die Kontrolle?
  • Sind Daten zentral verfügbar?
  • Werden Fehler und Dubletten systematisch erkannt?

Je mehr dieser Fragen mit „Ja“ beantwortet werden können, desto belastbarer ist die Grundlage für spätere KI-Anwendungen.

Schritt 2: Warum müssen Daten systemübergreifend verfügbar sein?

KI benötigt Kontext. Erst wenn Daten über Systemgrenzen hinweg zusammengeführt werden, entsteht ein vollständiger Blick für fundierte Entscheidungen und intelligente Automatisierung.

Ist die Qualität der Stammdaten sichergestellt, folgt der nächste Schritt: die Auflösung von Datensilos.
In vielen Unternehmen liegen relevante Inhalte verteilt in unterschiedlichen Systemen:

  • ERP-System
  • CRM
  • E-Commerce-Lösungen
  • Logistik-Systeme
  • Externe Anwendungen

Jedes dieser Systeme bildet nur einen Teil der Realität ab. Für Menschen ist es häufig möglich, diese Informationen gedanklich zusammenzuführen. Für KI-Systeme gilt das nicht.

Deshalb müssen Daten konsistent verknüpft und unternehmensweit verfügbar gemacht werden.

Eine wichtige Rolle spielt dabei eine moderne Datenarchitektur, beispielsweise in Form einer Business Data Fabric. Sie ermöglicht es, Daten aus SAP- und Non-SAP-Systemen zentral nutzbar zu machen und in ihrem geschäftlichen Kontext zusammenzuführen.

FIS-Wissen

Eine Business Data Fabric verknüpft Daten aus verschiedenen Anwendungen und Systemen zu einer einheitlichen Datengrundlage. So können Unternehmen Informationen konsistent nutzen, Datensilos auflösen und die Basis für fundierte Entscheidungen, Automatisierung und KI-Anwendungen schaffen.

Der Nutzen liegt auf der Hand:

  • Daten werden systemübergreifend nutzbar.
  • Zusammenhänge lassen sich schneller erkennen.
  • Analysen können in Echtzeit erfolgen.
  • Die Grundlage für KI-Anwendungen wird geschaffen.

Erst durch diese einheitliche Datensicht entsteht die Transparenz für intelligente Entscheidungen und Automatisierung.

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Exkurs: Schaffen Sie die Basis für das Autonomous Enterprise

Das SAP Autonomous Enterprise beschreibt die Vision weitgehend selbststeuernder Geschäftsprozesse. Der Weg dorthin beginnt jedoch mit Datenqualität und Prozessharmonisierung.

Begriffe wie KI-Assistenten, Agenten und autonome Prozesse prägen aktuell viele Diskussionen rund um die digitale Transformation. Und im SAP-Umfeld kommt man an dem Zielbild des sogenannten Autonomous Enterprise kaum noch vorbei.

Gemeint ist damit eine Organisation, in der Prozesse zunehmend automatisiert ablaufen, KI-Entscheidungen unterstützt und Standardaufgaben weitgehend eigenständig bearbeitet werden. Die meisten Unternehmen befinden sich auf diesem Weg allerdings noch in einer frühen Phase. Dies gilt insbesondere für KMU (Kleine und mittlere Unternehmen), die häufig unter steigendem Kosten- und Wettbewerbsdruck stehen.

Denn der entscheidende Erfolgsfaktor liegt dabei in der Schaffung einer stabilen Grundlage. Verlässliche, konsistente und gut vernetzte Daten sowie harmonisierte Prozesse bilden die Basis, auf der Automatisierung und KI schrittweise aufbauen können.

Schritt 3: Wie lassen sich KI-Anwendungsfälle erfolgreich umsetzen?

Erfolgreiche Unternehmen starten mit klar abgegrenzten Use Cases und entwickeln diese schrittweise weiter. Pilotprojekte helfen außerdem, Vertrauen in KI-Technologien aufzubauen.

Sind Datenqualität und Datenintegration gewährleistet, können konkrete KI-Use Cases echten Mehrwert und einen positiven Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit liefern. Besonders im Handel entstehen täglich große Mengen wertvoller Daten zu Produkten, Kunden oder Beständen.

Werden diese Informationen strukturiert und zusammengeführt, eröffnen sich zahlreiche Einsatzmöglichkeiten – von Mittelstand bis Großunternehmen:

Nachfrageprognosen

KI kann historische Daten analysieren und daraus zukünftige Bedarfe ableiten.

Unternehmen profitieren von einer besseren Warenverfügbarkeit und optimierten Beständen.

Personalisierte Produktempfehlungen

Muster im Kundenverhalten werden erkannt und genutzt, um passende Produkte vorzuschlagen.

Dies verbessert sowohl das Einkaufserlebnis als auch die Vertriebsunterstützung.

Visual Search

Ein besonders praxisnaher Anwendungsfall ist die Produktsuche per Bild.

Im Baustoffhandel beispielsweise unterscheiden sich viele Produkte nur in kleinen Details. Kunden verfügen häufig nicht über eine konkrete Artikelnummer, sondern lediglich über ein Foto oder eine Vorstellung des gesuchten Produkts.

Mithilfe von Visual Search lassen sich passende oder ähnliche Produkte anhand eines Bildes identifizieren. Das vereinfacht die Produktsuche erheblich und unterstützt sowohl Kunden als auch Mitarbeitende.

Intelligente Assistenzsysteme

KI kann Mitarbeitende bei Routineaufgaben unterstützen, Informationen bereitstellen oder Handlungsempfehlungen geben. Dadurch werden Prozesse effizienter und Fachkräfte können sich stärker auf wertschöpfende Aufgaben konzentrieren.

Wichtig bleibt dabei immer dieselbe Voraussetzung: Auch der beste Use Case funktioniert nur mit einer belastbaren Datengrundlage. Außerdem sind regelmäßige Leistungsüberprüfungen notwendig, um die langfristige Funktionalität von KI zu gewährleisten.

Ist Ihr Unternehmen bereit für KI? Die KI-Readiness-Checkliste

Abb. 2: KI-Readiness-Checkliste

Fazit: KI-Erfolg beginnt lange vor dem ersten Use Case

Künstliche Intelligenz besitzt enormes Potenzial. Zum Beispiel zur Entlastung von Mitarbeitenden oder die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen. Ob dieses Potenzial tatsächlich genutzt werden kann, entscheidet sich jedoch lange bevor der erste Algorithmus produktiv eingesetzt wird.

Die wichtigste Erkenntnis aus vielen erfolgreichen Projekten lautet daher: KI ist immer auch ein Datenprojekt. Unternehmen sollten daher die Chancen von KI nicht ausschließlich aus technologischer Sicht und der Auswahl von KI-Modellen und -Anbietern betrachten. Sie sollten die strategische Umsetzung, Datenqualität, Sicherheit und organisatorische Voraussetzungen gleichermaßen berücksichtigen.

Ein strukturierter Ansatz zur Implementierung von KI umfasst neben Technologiewahl und Mitarbeiterintegration auch das Thema Daten. Unternehmen sollten ihre Datenlandschaft analysieren, Stammdaten systematisch verbessern und Datensilos abbauen. Erst auf dieser Grundlage entstehen die Anforderungen für intelligente Automatisierung, verlässliche Prognosen und innovative KI-Anwendungen.

Wer diesen Weg Schritt für Schritt geht, schafft nicht nur die Basis für einzelne Use Cases. Er legt gleichzeitig den Grundstein für eine langfristige Entwicklung hin zu einem intelligenten und perspektivisch autonomen Unternehmen.

Fragen zu diesem Thema? Unser Team hilft Ihnen gerne persönlich weiter.

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