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Embedding-Modelle verstehen: Von der Theorie bis zu praxisnahen Anwendungen

Ob Produktempfehlungen im Onlinehandel oder Anomalie-Erkennung in der Fertigung: Embedding-Modelle übersetzen Daten in greifbare Mehrwerte. Doch wie funktioniert das in der Praxis? Im Blog-Beitrag erfahren Sie, welche Chancen sich für Unternehmen eröffnen und was das eigene Modell der FIS-Gruppe besonders macht. 
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Embedding-Modelle verstehen: Von der Theorie bis zu praxisnahen Anwendungen

19. November 2025 | Lesezeit: 8 Minuten

André Osyguß

AI Solution Engineer bei der Medienwerft

Ob Produktempfehlungen im Onlinehandel oder Anomalie-Erkennung in der Fertigung: Embedding-Modelle übersetzen Daten in greifbare Mehrwerte. Doch wie funktioniert das in der Praxis? Im Blog-Beitrag erfahren Sie, welche Chancen sich für Unternehmen eröffnen und was das eigene Modell der FIS-Gruppe besonders macht. 

Warum sind Embedding-Modelle so wichtig?  

Künstliche Intelligenz lebt von Daten. Und davon, wie gut Maschinen diese Daten verarbeiten und verstehen können. Doch Daten liegen in vielen unterschiedlichen Formen vor: Texte, Bilder, Tabellen oder Sensordaten. 

Um sie vergleichbar zu machen, müssen sie in ein gemeinsames Format übersetzt werden. Genau hier kommen Embedding-Modelle (dt. Einbettungsmodelle) ins Spiel. Sie bilden das Herz von KI-Anwendungen. Denn sie übersetzen Daten in mathematische Vektoren und machen dadurch ihre Bedeutungen und Zusammenhänge sichtbar. So können Daten, die bislang unverbunden nebeneinanderstanden, in Beziehung gesetzt und sinnvoll genutzt werden. 

Für Unternehmen eröffnen sich dadurch vielfältige Möglichkeiten: von personalisierten Produktempfehlungen im E-Commerce bis hin zur Erkennung von Abweichungen in komplexen Produktionsprozessen.  

Was ist ein Embedding-Modell?  

Ein Embedding-Modell ist ein KI-Modell, das Daten in Vektordarstellungen umwandelt – also in Zahlenreihen, die Merkmale und Eigenschaften abbilden. Ziel ist es, dass Datenpunkte mit einer semantischen Ähnlichkeit im Embedding Vektor-Raum nah beieinanderliegen, während unähnliche Daten weiter voneinander entfernt sind.

Beispiel: Stellen Sie sich ein Büro vor. Dort haben Objekte wie Schreibtisch, Stuhl, Tastatur und Maus jeweils einen festen Platz. Elemente, die inhaltlich zusammengehören, liegen nah beieinander – vergleichbar mit Tastatur und Maus auf dem Schreibtisch. So wie die Möbel sinnvoll angeordnet sind, werden auch Datenpunkte im sogenannten Embedding-Raum positioniert.  

Auf diese Weise entsteht eine mathematische Landkarte, die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Daten sichtbar macht und maschinell nutzbar werden lässt.

Abb. 1: Vereinfachte Funktionsweise von Embedding-Modellen

Warum werden eigene Embedding-Modelle entwickelt?  

Viele Standardmodelle, wie zum Beispiel ein reines Text Embedding, sind heute frei verfügbar. Doch sie decken längst nicht alle Szenarien ab, die in der Praxis verschiedener Bereiche relevant sind. Gerade wenn es darum geht, unterschiedliche Datentypen, beispielsweise Wörter, Sätze, Zahlen und Bilder zu kombinieren oder sehr spezifische Anwendungsfälle abzubilden, stoßen allgemeine Modelle an ihre Grenzen. 

Deshalb setzen Forschungseinrichtungen und Unternehmen zunehmend auf eigene Embedding-Modelle, die für ihre Anforderungen optimiert sind. Sie können Datenquellen einbeziehen, die sonst ungenutzt bleiben, und Modelle an individuelle Rahmenbedingungen – etwa rechtliche Vorgaben oder Branchenbesonderheiten – anpassen. 

Auch wir bei der FIS-Gruppe haben das erkannt und mit der Entwicklung eines eigenen Embedding-Modells für vielfältige Use Cases gestartet.  

FISMWASP Multi: Was macht unser eigenes Modell besonders?    

Das Besondere an FISMWASP Multi ist die Fähigkeit, nahezu alle maschinenlesbaren Daten zu verarbeiten. Texte, Bilder, Tabellen, Dokumente, Tracking-Daten oder auch Sensordaten – alles findet Platz im Embedding-Raum und kann miteinander in Verbindung gesetzt werden. Dadurch lassen sich Informationen verknüpfen, die zuvor getrennt voneinander betrachtet wurden. Damit unterscheidet sich das Modell von klassischen Embeddings, die meist auf eine Datenart beschränkt sind.  

Ein Szenario, bei dem dieser Vorteil Anwendung findet, ist im E-Commerce. Hier werden dauerhaft Tracking-Daten über Nutzer gesammelt – Klicks, Käufe, Verweildauer. In den meisten Fällen bleibt ein Großteil dieser Daten ungenutzt.  

Mit der Einführung eines Embedding-Modells wie FISMWASP Multi können sie effizient ausgewertet werden, um personalisierte Produktempfehlungen in Echtzeit zu generieren. Das steigert nicht nur die Relevanz für Kunden, sondern verbessert auch die Effizienz im Onlinehandel.  

Außerdem sind die Berechnungen im Embedding-Raum so schlank, dass selbst Anwendungen in Echtzeit möglich sind. So können diese Empfehlungen sofort erscheinen, ohne dass Nutzer Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Die zugrunde liegende Mathematik reduziert sich am Ende auf die Entfernungsberechnung zwischen Vektoren – was nahe liegt, wird vorgeschlagen.

Die Einsatzmöglichkeiten gehen jedoch weit über den Onlinehandel hinaus.

Was sind typische Anwendungsfelder für Embedding-Modelle?  

In der Fertigung können Embedding-Modelle wie FISMWASP Multi zum Beispiel Anomalien erkennen. Sie analysieren Sensordaten und zeigen Abweichungen vom Normalzustand, bevor es zu Produktionsfehlern oder Ausfällen kommt.  

Auch in der Suche spielen sie eine zentrale Rolle: Mit sogenannten Visual-Search-Ansätzen lassen sich Bilder, Texte und Tabellen parallel durchsuchen – ein deutlicher Fortschritt gegenüber klassischen Suchfunktionen. 

Auch im Service können Embedding-Modelle unterstützen. So lassen sich beispielsweise auch Beziehungen zwischen Wörtern analysieren und in Code umsetzen, sodass Antworten auf Fragen schneller bereitgestellt werden. Diese Technik wird beispielsweise von ChatGPT, aber auch anderen LLMs und Language Models genutzt, um präzise Antworten auf Abfragen zu liefern. 

Und sogar im medizinischen Umfeld eröffnen sich Perspektiven. Sensible Patientendaten können datenschutzkonform analysiert werden, beispielsweise für Symptom-Checker oder zur Unterstützung ärztlicher Diagnosen.  

Praxis-Guide
Starke Daten – der Treibstoff für KI-Missionen

Inhalte des Praxis-Guides

  • Stammdaten-Fundament – wie Sie SAP-Stammdaten zentral, konsistent und prozesssicher pflegen. 
  • Einheitliche Datenbasis – wie Sie SAP- und Non-SAP-Daten geordnet und sinnvoll zusammenführen. 
  • KI wirksam einsetzen – wie KI-Services auf harmonisierten Daten aufsetzen und Prozesse messbar verbessern. 

Wie lassen sich Datenschutz und Sicherheit gewährleisten?    

Ein zentrales Argument für FISMWASP Multi ist der Umgang mit sensiblen Daten. Während viele KI-Modelle in externen Cloud-Umgebungen trainiert und betrieben werden, läuft dieses Embedding-Modell vollständig in den eigenen Rechenzentren der FIS-Gruppe. 

Unternehmen können so sicher sein, dass ihre Daten nicht an Dritte weitergegeben werden. Gerade im Hinblick auf die DSGVO ist das ein entscheidender Vorteil, der auch den Einsatz mit besonders schützenswerten Informationen ermöglicht.  

Wie effizient und nachhaltig sind Embedding-Modelle wirklich?  

Embedding-Modelle gelten im Bereich der Künstlichen Intelligenz als Paradebeispiel für Effizienz. Ihre kleine Modellgröße und die zugrunde liegende Vektor-Ähnlichkeitssuche bieten einen signifikanten Vorteil gegenüber anderen KI-Ansätzen. In Kombination mit modernen Vektordatenbanken entsteht eine besonders performante Architektur.

Anstatt riesige Datenmengen aufwendig zu verarbeiten, reduzieren Embedding-Modelle komplexe Informationen auf dichte, numerische Vektoren. Dadurch lassen sich Daten mit hoher Geschwindigkeit analysieren, vergleichen und abfragen. Gleichzeitig ist die Systembelastung deutlich geringer. 

Grund dafür ist, dass viele dieser kompakten Embedding-Modelle auf gängigen CPUs effizient betrieben werden können. Es werden also keine teuren, hochspezialisierten GPU-Server benötigt. Diese Hardware-Genügsamkeit führt zu einem energieeffizienten und damit klimafreundlicheren Betrieb von KI-Anwendungen. Das ermöglicht die Anwendung in preissensiblen Szenarien.

Diese Kombination aus geringen Kosten, Geschwindigkeit und Nachhaltigkeit eröffnet neue Möglichkeiten für den wirtschaftlichen Einsatz von KI. Besonders bei der Entwicklung intelligenter Assistenten spielt diese Effizienz eine zentrale Rolle. Auch auf der Seite der Anwender ergeben sich Vorteile: Anwendungen werden schneller, nachhaltiger und wirtschaftlich rentabler. Gerade in Szenarien, in denen große, ressourcenintensive Modelle bisher als unrentabel galten, können kompakte Embedding-Modelle nun einen echten Mehrwert schaffen.

Generative Embedding-Modelle: Ein Blick in die Zukunft der KI-Technologie    

Aktuelle Embedding-Modelle sind in erster Linie darauf ausgelegt, Daten zu analysieren und in Beziehung zu setzen. Doch die Entwicklung geht weiter: Zukünftige Modelle könnten auch generative Fähigkeiten erhalten. Das bedeutet, sie wären in der Lage, nicht nur bestehende Daten darzustellen, sondern auch neue Inhalte zu erzeugen. 

Für Unternehmen würde das noch breitere Anwendungsfelder eröffnen – von automatisierter Content-Erstellung über intelligente Analysewerkzeuge bis hin zu innovativen Produkten, die auf generativen Daten basieren. Auch in der FIS-Gruppe wird bereits an einem möglichen FISMWASP V3 gearbeitet, dass diese nächste Entwicklungsstufe abbilden soll.  

Fazit: Embedding-Modelle als zentrales Werkzeug moderner KI-Systeme     

Embedding-Modelle sind ein zentrales Werkzeug moderner KI. Sie machen Datensätze vergleichbar, verknüpfen unterschiedliche Quellen in einer Art Netzwerk und schaffen damit die Basis für die Bereitstellung neuer Tools. Ob E-Commerce, Fertigung oder Gesundheitswesen – die Möglichkeiten sind vielfältig.  

Mit Modellen wie FISMWASP Multi zeigt sich, welches Potenzial in der Weiterentwicklung des Services liegt: von Echtzeit-Empfehlungen bis hin zur sicheren Verarbeitung sensibler Daten. Und der Ausblick zeigt, dass die Reise noch lange nicht zu Ende ist – generative Embedding-Modelle könnten in naher Zukunft völlig neue Szenarien eröffnen.  

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