Dynamic Pricing für SAP-Anwender mit FIS/TradeFlex: Marktplatzpreise automatisch steuern
6. August 2026 | Lesezeit: 11 Minuten

Strategisches Content Marketing bei FIS
Preise auf Online-Marktplätzen ändern sich laufend. Erfahren Sie, wie FIS/TradeFlex SAP-Daten, Wettbewerbspreise und Margenvorgaben für ein automatisiertes Dynamic Pricing verbindet, um Rentabilität und Sichtbarkeit zu maximieren.

Dynamic Pricing mit FIS/TradeFlex: Marktplatzpreise automatisch steuern
Online-Marktplätze gewinnen weiter an Bedeutung. Nach Angaben des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland e. V. wuchs der deutsche Onlinehandel im ersten Halbjahr 2026 um 4,3 Prozent. Online-Marktplätze entwickelten sich dabei noch stärker:
„Profitieren von der Kauflaune konnten erneut Online-Marktplätze (+6,4 Prozent), die zur Jahresmitte 11,5 Mrd. Euro umsetzen konnten.“ (Quelle: Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e. V. (bevh), Pressemitteilung „Erste Halbzeit im Onlinehandel: Kaufneigung der Deutschen kehrt zurück“, 6. Juli 2026)
Mit der wachsenden Bedeutung der Plattformen steigt auch der Wettbewerb und neue Challenges entstehen. Preise und verfügbare Angebote können sich innerhalb kurzer Zeit verändern. Wer zahlreiche Produkte auf verschiedenen Online-Marktplätzen verkauft, stößt mit einer manuellen Preispflege deshalb schnell an Grenzen.
Dynamic Pricing schafft die Voraussetzung, Preise automatisiert an Markt, Wettbewerb und die eigenen wirtschaftlichen Ziele anzupassen. Für SAP-Anwenderunternehmen stellt sich dabei vor allem eine Frage: Wie lassen sich Daten aus SAP sinnvoll in die Preisberechnung einbeziehen und die neuen Preise anschließend zuverlässig an die Marktplätze übermitteln?
Genau hier setzt FIS/TradeFlex an.
Was bedeutet Dynamic Pricing mit FIS/TradeFlex?
FIS/TradeFlex verbindet Online-Marktplätze mit der eingesetzten SAP-Software. Die auf der SAP Business Technology Platform, Teil der SAP Business AI Platform, basierende Middleware deckt den Marktplatzprozess von der Produktlistung über die Auftrags- und Zahlungsabwicklung bis hin zu Stornierungen und Retouren ab.
Das Dynamic Pricing ist ein Teil dieses durchgängigen Prozesses. Statt feste Preise einmalig an Amazon, eBay und weitere Sales Channels zu übertragen, können User marktplatzspezifische Preise automatisiert berechnen und anpassen.
Beispiele:
Damit unterscheidet sich die Lösung von einem isolierten Repricing Tool. Die Preisberechnung ist unmittelbar mit den Daten und Prozessen verbunden, die für das Marktplatzgeschäft ohnehin benötigt werden.
Warum reicht ein einheitlicher Preis für alle Marktplätze nicht aus?
Amazon, eBay und andere Marktplätze unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihrer Zielgruppen. Auch Provisionen, Fulfillment-Gebühren, Versandbedingungen und Wettbewerbsstrukturen variieren.
Ein Preis, der auf einem Sales Channel wirtschaftlich sinnvoll ist, kann auf einem anderen Marktplatz die Marge zu stark reduzieren oder im Wettbewerb nicht bestehen. Deshalb sollte eine Pricing Strategy nicht pauschal für das gesamte Sortiment und alle Plattformen gelten.
Mit FIS/TradeFlex lassen sich Preise marktplatzspezifisch und bis auf Produktebene steuern. So können Unternehmen beispielsweise für stark umkämpfte Markenartikel andere Pricing Rules hinterlegen als für Eigenmarken, Nischenprodukte oder Restbestände.
Das Ziel ist dabei nicht, grundsätzlich den niedrigsten Preis anzubieten. Erfolgreiches Dynamic Pricing verbindet Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität.
FIS-Wissen

Wie funktioniert Dynamic Pricing für SAP-Anwender mit FIS/TradeFlex?
1. Produkte und Pricing-Strategien strukturieren
Zunächst werden Produkte festgelegt, für die eine gemeinsame Preislogik gelten soll. Die Gruppierung kann beispielsweise anhand von Marken, Kategorien oder weiteren Artikelmerkmalen erfolgen.
So lassen sich unterschiedliche Pricing Models abbilden:
Der Vorteil einer merkmalsbasierten Gruppierung: Neue Produkte können automatisch in die passende Preisstrategie aufgenommen werden. Die Pricing Processes müssen nicht für jeden Artikel einzeln aufgebaut werden.
2. Den Bezugspreis aus SAP auswählen
Ausgangspunkt der Berechnung ist ein definierter Bezugspreis. Dafür können unter anderem SAP-Konditionssätze, im Englischen auch Condition Records, unverbindliche Preisempfehlungen oder gleitende Durchschnittspreise genutzt werden.
Welcher SAP-Bezugspreis geeignet ist, hängt vom jeweiligen Geschäftsmodell ab. Ein Preis auf Basis der eigenen Kostenstruktur bietet eine wirtschaftlich belastbare Grundlage. Er bildet jedoch zunächst noch nicht ab, zu welchen Preisen Wettbewerber dasselbe Produkt anbieten.
Alternativ oder ergänzend kann deshalb ein Wettbewerbspreis in die Berechnung einfließen.
3. Wettbewerbspreise berücksichtigen
Beim Competitor Pricing orientiert sich die Preisberechnung beispielsweise am günstigsten verfügbaren Angebot oder am aktuellen Gewinner der Buy Box.
FIS/TradeFlex kann Wettbewerbspreise als Grundlage für das Repricing nutzen. Anhand der hinterlegten Regeln wird anschließend festgelegt, ob sich das eigene Angebot oberhalb, unterhalb oder auf dem Niveau des Wettbewerbspreises positionieren soll.
Dabei geht es nicht um wahllose Preisänderungen. Unternehmen bestimmen selbst, für welche Produkte und Marktplätze eine wettbewerbsorientierte Pricing Strategy sinnvoll ist.
4. Kosten und Mindestmargen absichern
Ein hoher Umsatz ist nur dann ein Erfolg, wenn die Verkäufe auch wirtschaftlich bleiben. Deshalb müssen bei der Angebotskalkulation alle relevanten Kosten berücksichtigt werden, etwa:
Zusätzlich können Unternehmen einen Mindestdeckungsbeitrag beziehungsweise Mindestpreis festlegen. Dieser bildet die Untergrenze für automatische Price Adjustments.
Fällt ein Wettbewerbspreis unter diese Grenze, wird er nicht einfach übernommen oder unterboten. Die hinterlegten Wirtschaftlichkeitsregeln schützen die Marge – auch dann, wenn andere Anbieter ihre Preise deutlich senken. Im FIS/TradeFlex-Workshop zum Dynamic Pricing unterstützen wir Sie dabei, diese Grenzen und Deckungsbeiträge in den Kalkulationstabellen definiert.
5. Preisregeln aufbauen und automatisieren
Auf Basis des Bezugspreises können nun konkrete Pricing Rules hinterlegt werden. Dazu gehören beispielsweise prozentuale oder absolute Zu- und Abschläge sowie Regeln für bestimmte Marktplätze, Produktgruppen oder Preisspannen.
Auch psychologische Preispunkte lassen sich berücksichtigen. Ein berechneter Preis kann etwa auf 49,99 Euro statt auf 50,13 Euro gerundet werden.
Wie eine Regel aussieht, hängt von der jeweiligen Pricing Strategy ab.
Der SAP-Bezugspreis eines Artikels beträgt 100 Euro. Einschließlich Gebühren und gewünschtem Deckungsbeitrag ergibt sich ein Mindestpreis von 119 Euro. Das aktuelle Buy-Box-Angebot liegt bei 123,50 Euro. FIS/TradeFlex kann den eigenen Preis nun anhand der definierten Regel beispielsweise auf 122,99 Euro setzen.
Sinkt der Wettbewerbspreis später auf 115 Euro, bleibt der eigene Preis an der festgelegten Wirtschaftlichkeitsgrenze. Die Buy Box wird dann nicht um jeden Preis angestrebt.
Online-Marktplätze
Inhalt des Whitepapers
Wie gelangen die berechneten Preise auf die Marktplätze?
Eine gute Preisberechnung allein reicht nicht aus. Die Price Changes müssen auch schnell und zuverlässig auf den jeweiligen Plattformen ankommen.
FIS/TradeFlex übernimmt den Datenaustausch zwischen SAP und den angebundenen Marktplätzen. Dadurch werden nicht nur Preise, sondern auch Produktinformationen, Bestände und Auftragsdaten zentral verarbeitet. SAP und Marktplätze bleiben durch den Datenaustausch in Echtzeit auf einem aktuellen Stand.
Gerade darin liegt der Unterschied zu einer eigenständigen Pricing Engine: Dynamic Pricing wird nicht als isolierter Prozess betrachtet. Preis, Verfügbarkeit, Delivery und Auftragsabwicklung greifen ineinander.
Denn ein wettbewerbsfähiger Preis nützt wenig, wenn ein Artikel auf dem Marktplatz als verfügbar angezeigt wird, obwohl kein Bestand vorhanden ist. Ebenso beeinflussen Liefer-Performance, Retouren und die Qualität der Produktdaten den Erfolg eines Angebots.
Dynamic Pricing in der Praxis: SIMBA DICKIE GROUP
Wie die dynamische Preisgestaltung mit FIS/TradeFlex in der Praxis aussehen kann, zeigt unser Kundencase der SIMBA DICKIE GROUP.
Das Unternehmen nutzt eine automatisierte Preisneukalkulation direkt in FIS/TradeFlex. Anstatt feste Verkaufspreise an die Marktplätze zu senden, berechnet das System die Preise je Plattform automatisch. Dadurch kann das Unternehmen eine Bestpreisstrategie verfolgen und seine Angebote im Wettbewerb sichtbar positionieren.
Das Beispiel verdeutlicht: Dynamic Pricing muss kein eigenständiges System neben der vorhandenen SAP-Landschaft sein. Die Preisberechnung kann als Teil eines durchgängigen Marktplatzprozesses umgesetzt werden. Wie die Preislogik für das eigene Sortiment aussehen kann, lässt sich im FIS/TradeFlex-Workshop „Preise optimieren“ konkret erarbeiten.
Dynamic Pricing im eigenen Marktplatzgeschäft umsetzen
Sie möchten Dynamic Pricing nicht nur theoretisch betrachten, sondern konkret für Ihr Marktplatzgeschäft aufsetzen? Im eintägigen FIS/TradeFlex-Workshop „Preise optimieren“ entwickeln Sie gemeinsam mit unseren Experten die passende Grundlage für Ihre automatisierte Preisfindung.
Dabei bestimmen Sie den geeigneten SAP-Bezugspreis, strukturieren Ihr marktplatzspezifisches Produktsortiment und definieren Margen sowie Deckungsbeiträge. So können Preise künftig automatisiert an den Wettbewerb angepasst werden, ohne Ihre festgelegten Wirtschaftlichkeitsgrenzen zu unterschreiten. Der Workshop kann remote oder vor Ort durchgeführt werden.
Häufige Fragen zu Dynamic Pricing im E-Commerce
Fazit: Preise dynamisch steuern, statt sie manuell zu pflegen
Je mehr Produkte und Online-Marktplätze ein Unternehmen bedient, desto schwieriger wird eine manuelle Preissteuerung. Gleichzeitig dürfen schnelle Preisänderungen nicht zulasten der Profitabilität gehen.
FIS/TradeFlex verbindet deshalb SAP-Bezugspreise, Wettbewerbspreise und marktplatzspezifische Pricing Rules. Mindestdeckungsbeiträge schützen die Marge, während die automatisierte Übertragung dafür sorgt, dass die berechneten Preise auf den angebundenen Sales Channels ankommen.
So wird Dynamic Pricing zu einem integrierten Bestandteil des Marktplatzgeschäfts – statt zu einem weiteren isolierten Retail-Tool.
Sie möchten den passenden SAP-Bezugspreis, Ihre Wirtschaftlichkeitsgrenzen und die Preislogik für Ihre Marktplätze konkret definieren? Dann starten Sie mit unserem FIS/TradeFlex-Workshop „Preise optimieren“.

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