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Warum der Packtisch oft zum Engpass wird – und wie sich das ändern lässt

Im Interview mit Stefanie Wenzel erklärt Laurin Paul Schlereth, Product Owner im Bereich Warehouse & Transport Solutions bei FIS, warum der Packtisch in vielen Unternehmen zum Engpass wird – und weshalb die entscheidende Frage nicht die nach einzelnen Tools ist, sondern nach durchgängigen Prozessen im Versand.
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Warum der Packtisch oft zum Engpass wird – und wie sich das ändern lässt

8. Mai 2026 | Lesezeit: 6 Minuten

Stefanie Wenzel

Strategisches Produktmarketing bei FIS

Im Interview mit Stefanie Wenzel erklärt Laurin Paul Schlereth, Product Owner im Bereich Warehouse & Transport Solutions bei FIS, warum der Packtisch in vielen Unternehmen zum Engpass wird – und weshalb die entscheidende Frage nicht die nach einzelnen Tools ist, sondern nach durchgängigen Prozessen im Versand.

Viele Logistikprozesse sind heute bereits gut strukturiert – von der Planung bis zur Kommissionierung. Doch am Packtisch zeigt sich häufig ein anderes Bild: Medienbrüche, manuelle Schritte und fehlende Transparenz prägen den Alltag. Gerade hier laufen entscheidende Informationen zusammen – und genau hier fehlt oft die Integration.

Für SAP-basierte Lagerprozesse bedeutet das: Nicht einzelne Optimierungen bringen den größten Effekt, sondern die Frage, wie Verpackung, Versand und Carrier-Anbindung in einen durchgängigen Prozess eingebettet werden. Im Interview wird erläutert, wo typische Schwachstellen im Versand entstehen, warum der Packtisch oft unterschätzt wird und welche Rolle integrierte Lösungen wie FIS/PackingCenter dabei spielen.

Warum sprechen aktuell so viele über Logistikprozesse – aber kaum über den Packtisch?

Weil der Packtisch oft als „letzter Schritt“ gesehen wird – und genau deshalb unterschätzt wird. In vielen Projekten erleben wir, dass Unternehmen viel Energie in Kommissionierung, Einlagerung oder Transport stecken. Aber der Moment, in dem Ware tatsächlich verpackt und versendet wird, ist häufig nicht durchgängig organisiert. Dabei entscheidet sich genau hier, ob ein Auftrag sauber rausgeht – oder ob nochmal manuell eingegriffen werden muss.

Was läuft am Packtisch typischerweise schief?

Das größte Problem ist fehlende Integration. Viele Unternehmen arbeiten am Packtisch mit mehreren Systemen parallel: SAP für die Auftragsdaten, externe Tools für Versand und Label, dazu manuelle Zwischenschritte. Das führt zu Medienbrüchen. Informationen werden doppelt gepflegt, Labels außerhalb erzeugt und Statusinformationen sind nicht zentral verfügbar. Das merkt man im Alltag sofort – zum Beispiel, wenn jemand im Kundenservice nach dem Versandstatus fragt und die Antwort nicht auf Knopfdruck kommt.

Wann wird das besonders kritisch?

Immer dann, wenn etwas nicht nach Plan läuft – und das ist im Versand eher die Regel als die Ausnahme. Ein Auftrag ändert sich kurzfristig, ein Artikel fehlt, die Versandart muss angepasst werden. In solchen Momenten zeigt sich, wie stabil ein Prozess wirklich ist. Wenn dann Systeme nicht sauber zusammenspielen, wird aus einem eigentlich einfachen Vorgang schnell ein Umweg.

Warum ist gerade der Packtisch ein so entscheidender Hebel?

Weil hier alles zusammenläuft: Auftragsdaten, Artikel, Verpackung, Versand und letztlich auch die Kommunikation Richtung Kunde. Wenn dieser Punkt nicht sauber integriert ist, wirken sich kleine Probleme sofort auf den gesamten Prozess aus. Umgekehrt gilt aber auch: Wenn es am Packtisch funktioniert, profitieren alle nachgelagerten Schritte – vom Versand bis zum Kundenservice.

Wie gehen Unternehmen dieses Thema heute an?

Viele versuchen, bestehende Prozesse schrittweise zu verbessern – zum Beispiel durch bessere Tools oder zusätzliche Schnittstellen. Das hilft kurzfristig, löst aber oft nicht das Grundproblem. Der entscheidende Schritt ist, Verpackung und Versand nicht als getrennte Aufgaben zu sehen, sondern als einen durchgängigen Prozess. Genau hier setzen moderne Ansätze an, bei denen alles direkt im SAP-Kontext abgebildet wird.

Was bedeutet das konkret für die Arbeit im Lager?

Für die Mitarbeitenden am Packtisch wird es vor allem einfacher und klarer. Statt zwischen Anwendungen zu wechseln, arbeiten sie in einem geführten Prozess. Artikel und Handling Units werden gescannt, Verpackungsstrukturen sind sichtbar und alle relevanten Informationen stehen direkt zur Verfügung. Das reduziert nicht nur Fehler, sondern nimmt auch Druck aus dem Alltag, weil weniger improvisiert werden muss.

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Ein großes Thema ist die Anbindung von Versanddienstleistern. Warum ist das so komplex?

Weil es nicht nur um eine einmalige Integration geht. Jeder Versanddienstleister hat eigene Anforderungen, Schnittstellen und Formate – und die ändern sich regelmäßig. Viele Unternehmen unterschätzen, wie viel Aufwand in der Pflege dieser Verbindungen steckt. Genau hier entstehen oft versteckte Kosten und Abhängigkeiten von individuellen Lösungen.

Welche Rolle spielt hier die Partnerschaft mit AEB SE?

Die Partnerschaft adressiert genau dieses Problem. Statt dass jedes Unternehmen eigene Schnittstellen zu Versanddienstleistern aufbauen und pflegen muss, wird diese Aufgabe zentral gelöst. Über AEB stehen rund 300 Carrier standardisiert zur Verfügung.

Das verändert die Perspektive: Unternehmen können sich auf ihre Prozesse konzentrieren, während die technische Anbindung im Hintergrund zuverlässig funktioniert. Gerade für wachsende Versandstrukturen ist das ein entscheidender Vorteil.

Wo ordnet sich hier das FIS/PackingCenter ein?

FIS/PackingCenter ist letztlich die Antwort auf genau diese Herausforderungen am Packtisch. Die Lösung bringt Verpackung, Versand und Carrier-Anbindung in einen durchgängigen SAP-Prozess. Das heißt: keine Medienbrüche mehr, keine externen Zwischenschritte, sondern ein klar strukturierter Ablauf direkt im Lager.

Wichtig ist dabei: Es geht nicht nur um Effizienz, sondern vor allem um Transparenz und Stabilität im Prozess.

Was verändert sich dadurch konkret im Alltag?

Unternehmen merken relativ schnell, dass sich der Aufwand reduziert – aber vor allem wird der Prozess berechenbarer. Weniger manuelle Eingriffe, eine geringere Fehlerquote und eine klare Übersicht über jede Sendung sorgen dafür, dass der Packtisch nicht mehr als Engpass wahrgenommen wird. Stattdessen wird er zu einem stabilen Bestandteil der Logistikkette.

Was ist Ihr Fazit?

Viele Herausforderungen in der Logistik entstehen nicht durch fehlende Systeme, sondern durch fehlende Durchgängigkeit. Der Packtisch ist dafür ein gutes Beispiel. Wer hier ansetzt und Prozesse sauber integriert, kann mit vergleichsweise geringem Aufwand einen großen Effekt erzielen.

Oder anders gesagt: Wenn es am Packtisch rund läuft, läuft meist auch der Rest.

Laurin Paul Schlereth

Als Berater und Product Owner im Logistik-Bereich liegt mein Fokus auf SAP Extended Warehouse Management. Bei der Optimierung und Digitalisierung von Logistikprozessen gilt es, dieses Produkt reibungslos in die bestehende Systemarchitektur einzubinden. Daher ist es wichtig, insbesondere in diesem vielseitigen Bereich ständig auf dem Laufenden zu bleiben.

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