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SAP Autonomous Suite

SAP Autonomous Suite

Die SAP Autonomous Suite ist das KI-gestützte, operative Kernsystem des Autonomous Enterprise, das Geschäftsprozesse abteilungsübergreifend durch intelligente KI-Agenten automatisiert. Sie bildet das operatives Herzstück für die Architekturvision des Autonomous Enterprise. Für Unternehmen bietet diese Entwicklung eine verlässliche Basis für eine zukunftssichere Business Transformation.

Marc Bernhardt

Produktmanager bei FIS

Was ist die SAP Autonomous Suite?

Im Mai 2026 präsentierte SAP auf der Kundenkonferenz SAP Sapphire das strategische Zielbild des „Autonomous Enterprise“. Das operative Herzstück dieser neuen Architektur bildet die SAP Autonomous Suite. Sie befähigt Geschäftsanwendungen dazu, Business Processes nicht mehr nur passiv zu verwalten, sondern proaktiv und selbstständig auszuführen.

Die Suite deckt die gesamte funktionale Breite eines Unternehmens ab und gliedert sich in fünf Kernbereiche:

Autonomous Finance
(Finanzen)

Autonomous Supply Chain
(Lieferkette & Logistik)

Autonomous Spend
(Beschaffung)

Autonomous Human Capital Management (HCM)
(Personalmanagement)

Autonomous Customer Experience (CX)
(Kundenbindung)

Im Zentrum der neuen SAP Autonomous Suite steht ein rollenbasierter Ansatz, bei dem jede geschäftskritische Schlüsselrolle durch einen intelligenten Assistenten unterstützt wird. Diese Assistenten orchestrieren spezialisierte KI-Agenten, die jeweils über die notwendigen Fähigkeiten verfügen, um einzelne Prozessschritte eigenständig auszuführen. Dadurch können End-to-End-Prozesse (E2E) über System- und Funktionsgrenzen hinweg automatisiert, koordiniert und kontinuierlich optimiert werden.

SAP beschreibt dieses Konzept als „Profit & Loss Story“, da die Autonomous Suite darauf abzielt, sowohl Umsatzpotenziale zu steigern als auch operative Kosten und Ineffizienzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu reduzieren.

Joule Work – Die neue zentrale Oberfläche

Mit Joule Work führt SAP eine neue, KI-native Arbeitsoberfläche ein, die den klassischen Einstieg über einzelne Anwendungen zunehmend ablöst. Statt zwischen verschiedenen Systemen, Transaktionen und Oberflächen zu navigieren, interagieren Anwender über eine zentrale, kontextbezogene Arbeitsumgebung mit der SAP Autonomous Suite.

Die Joule Work-Oberfläche erlaubt es Nutzern, gewünschte geschäftliche Endergebnisse per Text oder Sprache zu beschreiben. Die KI orchestriert dann autonom die erforderlichen Workflows, Daten und Agenten.

Durch die Integration von generativer KI, Geschäftsprozessen und Unternehmensdaten entsteht ein adaptives Nutzererlebnis, das Anwender nicht nur bei der Ausführung von Aufgaben unterstützt, sondern auch aktiv Handlungsempfehlungen liefert, Prozesse orchestriert und Entscheidungen beschleunigt.

Im Zentrum der Suite agiert der KI-Copilot Joule, der Stand 2026 als übergeordnete Instanz mehr als 50 bereichsspezifische Assistenten (wie z. B. einen „Planning Assistant“) steuert. Diese Assistenten koordinieren wiederum eine Gruppe von über 200 spezialisierten AI Agents, die hochgradig gezielte Teilaufgaben wie die reine Produktdatenpflege übernehmen.

Das ganzheitliche Bild von SAP Autonomous Enterprise

Die Autonomous Enterprise ist die Vision von SAP für die Zukunft der Unternehmensführung.

Sie besteht aus 4 Elementen:

  • SAP Joule als “Engagement Layer”, welche die untergeordneten Agenten, Workflows und Agenten zusammenführt
  • Industry AI mit einem spezifischen, für die Bedürfnisse der Branchen zugeschnittenen AI-Portfolio
  • SAP Business AI Platform welche die SAP BDC, die SAP BTP, die Business Transformation Management Solutions und die AI Foundation Solutions miteinander vereint
  • RISE with SAP und SAP GROW um die Adaption der Autonomous Enterprise mit einer agentenbasierten Toolchain zu beschleunigen
Konzeptionelles Architekturdiagramm des Autonomous Enterprise: Die SAP Autonomous Suite mit Agents, Apps und Data verbindet autonome Fachbereiche wie Finance, Spend, SCM, HCM und CX über Joule, SAP Knowledge Graph und die SAP Business AI Platform mit Build-, Contextualize-&-Reason- und Govern-Funktionen.
Architektur des SAP Autonomous Enterprise mit der SAP Autonomous Suite als Herzstück (Quelle: SAP)

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Wie unterscheidet sich die SAP Autonomous Suite von der SAP Business Suite?

Bei einer anstehenden Business Transformation fragen sich IT-Entscheider, ob bestehende Systeme radikal ausgetauscht werden müssen. SAP gab bekannt, die etablierte SAP Business Suite als „North-Star-Architektur“ durch das Konzept des Autonomous Enterprise abzulösen.

Das bedeutet jedoch keinen kompletten Systemwechsel: Die bekannten Applikationen (wie SAP S/4HANA Private Cloud, S/4HANA Public Cloud oder SAP Ariba) bleiben im Kern bestehen.

Der entscheidende Unterschied liegt im Paradigmenwechsel der Ausführungsebene:

Merkmal

SAP Business Suite

SAP Autonomous Suite

Ausführung

Nutzer führen Transaktionen händisch in isolierten Systemen aus.

KI-Agenten planen und erledigen Aufgaben End to End selbstständig.

Rolle der Software

Applikationen sind der primäre Ort der Prozesslogik.

Applikationen fungieren als „Capability Providers“ für die Agenten.

Interaktion

Manuelle Navigation durch verschiedene Anwendungen und Menüs.

Zentrale, ebenenübergreifende Steuerung über „Joule Work“.

Welche Vorteile bietet die agentenbasierte Zukunft für IT und Management?

Die Einführung der SAP Autonomous Suite und der Wandel zu „A Unified AI“ bringen tiefgreifende Mehrwerte für die Unternehmens-IT.

Intelligente Aufgabenteilung

Im System arbeiten mehr als 50 domain-spezifische Joule Assistants, wie beispielsweise ein „Planning Assistant“. Diese koordinieren wiederum eine Untergruppe von über 200 hochspezialisierten AI Agents, die konkrete Teilaufgaben wie die Produktdatenpflege übernehmen.

Fundierter Business Context

Um Halluzinationen zu vermeiden, nutzt die Architektur den SAP Knowledge Graph. Dieser verknüpft Business Data aus SAP- und Non-SAP-Systemen semantisch, wodurch die Joule Agents Geschäftszusammenhänge präzise verstehen und anwenden können.

Fokus auf Governance

Die Software führt Business Workflows selbstständig aus. Anwender und das Management verlagern ihren Fokus von der operativen Dateneingabe hin zu strategischen Entscheidungen und Governance der Prozesse.

Die RISE with SAP– und SAP GROW-Angebote wurden verbessert, um die Einführung von KI zu beschleunigen, wobei RISE-Kunden innerhalb des ersten Jahres Zugang zu drei Assistenten und SAP GROW-Kunden vollen Zugang zum Joule-Assistant-Portfolio erhalten.

Auch Kunden von SAP S/4HANA On-Premises sowie SAP ERP Central Component (SAP ECC) werden in die Strategie eingebunden. Unternehmen, die sich zu einer schrittweisen Transformation ihres bestehenden ERP-Systems in Richtung SAP Cloud ERP verpflichten, erhalten bereits frühzeitig Zugriff auf ausgewählte KI-Szenarien. Damit schafft SAP eine Brücke zwischen der bestehenden Systemlandschaft und der zukünftigen Cloud-Architektur und ermöglicht einen sukzessiven Einstieg in KI-gestützte Geschäftsprozesse.

Welche Bedeutung hat die SAP Autonomous Suite für den Großhandel?

Obwohl die SAP Autonomous Suite branchenübergreifend konzipiert ist, bietet sie speziell für handelsgetriebene Unternehmen tiefgreifende Optimierungspotenziale. Im Großhandel entscheiden eine reibungslose Logistik und ein effizienter Einkauf über den Geschäftserfolg. Genau hier setzen die spezialisierten KI-Agenten der „Industry AI“ an.

Die wichtigsten Mehrwerte für den Großhandel verteilen sich auf folgende Kernbereiche:

Autonomous Supply Chain

Lieferketten werden nicht mehr nur überwacht, sondern aktiv gesteuert. Ein „Planning Assistant“ koordiniert hochspezialisierte Agenten, die eigenständig Planungs- und Logistikprozesse übernehmen. Verzögerungen in der Lieferkette werden so frühzeitig erkannt und vom System proaktiv gelöst.

Autonomous Spend (Beschaffung)

Die gesamten Beschaffungs- und Lieferantenprozesse lassen sich über bestehende Netzwerke wie das SAP Business Network steuern und werden durch KI-Agenten massiv beschleunigt und automatisiert.

Ein Beispiel für einen Autonomous Spend gesteuerten Beschaffungsprozess

Wird beispielsweise eine neue Bestellung angelegt, prüft der Assistant automatisch, ob bereits Rahmenverträge existieren, ob günstigere Lieferanten verfügbar sind oder ob ähnliche Bestellungen in der Vergangenheit effizienter abgewickelt wurden.

Gleichzeitig koordiniert er spezialisierte KI-Agenten für Lieferantenbewertung, Compliance-Prüfung, Genehmigungsprozesse und Kostenoptimierung. Kritische Entscheidungen oder Abweichungen werden dem verantwortlichen Mitarbeiter kontextbezogen zur Freigabe vorgelegt.

Ganzheitliche Konfliktlösung im Vertrieb

Kommt es zu Lieferverzügen in der Logistik, die eine Beschwerde im Service nach sich ziehen, versteht das System diese Zusammenhänge. KI-Agenten können eigenständig Lösungswege erarbeiten, die Kundenkommunikation anstoßen und so sogar Forderungslaufzeiten messbar senken.

Für Großhandelsunternehmen bedeutet das konkret:

Die operative, händische Abarbeitung von Bestellungen, Reklamationen oder Bestandsänderungen wird durch intelligente Agenten (Joule Agents) automatisiert. Einkäufer und IT-Leiter verlagern ihren Fokus künftig rein auf die strategische Steuerung und die Freigabe von Ausnahmesituationen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Die SAP Business AI Platform bündelt die KI-Fähigkeiten und Agenten-Governance innerhalb der SAP-Architektur. Sie umfasst Werkzeuge wie das Joule Studio, um eigene Agenten zu entwickeln, und bildet das technische Fundament für KI-Erweiterungen.

Nein. Die SAP BTP (Business Technology Platform) bleibt weiterhin die grundlegende technische Basis für Integration und Datenhaltung. Die Business AI Platform setzt als spezialisierte Schicht lediglich auf der BTP auf.

SAP nutzt ein mehrstufiges Bereitstellungsmodell. Die Architekturen können sowohl über etablierte Hyperscaler in der Public Cloud (wie Google Cloud oder Microsoft) als auch in speziellen, hochsicheren Umgebungen der SAP Sovereign Cloud betrieben werden, um strenge regulatorische Auflagen zu erfüllen.

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