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7 Fehler beim Thema E-Rechnungspflicht im B2B: Was wirklich schiefläuft – und was Sie jetzt tun müssen

Seit 2025 ist die E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich Realität. Für Unternehmen in Deutschland eine der größten Umstellungen im Bereich Rechnungsstellung der letzten Jahre. Was viele unterschätzen: Der eigentliche Aufwand liegt nicht in der Technik, sondern darin, dass Prozesse, Systeme und Menschen gleichzeitig bereit sein müssen. Und genau das klappt in der Praxis erschreckend oft nicht.
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7 Fehler beim Thema E-Rechnungspflicht im B2B: Was wirklich schiefläuft – und was Sie jetzt tun müssen

21. April 2026 | Lesezeit: 5 Minuten

Jens Wolf

Produktmanager bei FIS

Seit 2025 ist die E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich Realität. Für Unternehmen in Deutschland eine der größten Umstellungen im Bereich Rechnungsstellung der letzten Jahre. Was viele unterschätzen: Der eigentliche Aufwand liegt nicht in der Technik, sondern darin, dass Prozesse, Systeme und Menschen gleichzeitig bereit sein müssen. Und genau das klappt in der Praxis erschreckend oft nicht.

FIS-Wissen

Die Pflicht zur E-Rechnung gilt stufenweise: Seit 2025 müssen alle Unternehmen in Deutschland E-Rechnungen empfangen können. Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz über 800.000 € müssen ab 2026 selbst E-Rechnungen ausstellen – alle übrigen ab 2027. Wer die eigene Umsatzschwelle nicht kennt, sollte das jetzt prüfen.

Dieser Blog-Beitrag richtet sich an alle, die die Umsetzung verantworten – Finance, Einkauf, IT und Geschäftsführung. Kein Grundlagen-Tutorial. Keine Theorie. Nur das, was wirklich schiefgeht.

Die 7 häufigsten Fehler bei der E-Rechnung – und was sie Sie kosten

Fehler 1: Zu spät gestartet

Der Zeitaufwand für Einführung und Tests wird massiv unterschätzt.

Der Klassiker. Wer die Einführung auf „Q4, wenn wir Zeit haben“ verschiebt, unterschätzt was wirklich ansteht: Prozessanalyse, ERP-Anpassungen, Stammdatenbereinigung, Lieferanten-Onboarding, Testläufe. Sechs Monate sind realistisch – bei komplexen Systemlandschaften mehr.

Die Konsequenz: Rechnungen werden abgelehnt, Zahlungen verzögern sich, Lieferanten sind verärgert. Das Tagesgeschäft leidet.

Was hilft: Starten Sie jetzt mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme. Welche Formate nutzen Sie heute? Welche Systeme müssen angepasst werden? Wo fehlen Daten?

Fehler 2: Es wird als IT-Projekt behandelt – nicht als Finance-Thema

Steuerlich relevante Prozesse werden ohne Finance falsch umgesetzt.

Dieser Fehler ist teuer. Die E-Rechnung berührt steuerlich relevante Workflows nach § 14 UStG. Wer Finance und Tax erst spät einbindet, baut Prozesse, die nachträglich umgebaut werden müssen – inklusive Validierungslogiken, Entscheidungen zum E-Rechnungsformat und Archivierungskonzepten.

Für CFOs bedeutet das: Sie müssen dieses Thema aktiv steuern, nicht delegieren. 

FIS-Wissen

Steuerlich relevante Workflows nach § 14 UStG umfassen alle Prozesse rund um die Ausstellung, Übermittlung, Prüfung, Aufbewahrung und Verarbeitung von B2B-Rechnungen zwischen Unternehmern (B2B).

Praxisleitfaden: E-Rechnung erfolgreich einführen

7 klare Schritte leiten Sie durch die Umstellung auf die E-Rechnung strukturiert und gesetzeskonform. Mit Checkboxen und Expertenhinweisen aus der Praxis haben Sie eine klare Orientierung für Planung, Umsetzung und nachhaltige Verankerung im Unternehmen.

Dieser Leitfaden hilft Ihnen, drei zentrale Fragen zu beantworten:

  • Was sollten Sie jetzt konkret tun?
  • Welchen spezifischen Nutzen hat das für Ihr
  • Unternehmen?
  • Was raten Experten aus der SAP-Praxis?

Fehler 3: Das ERP-System ist nicht bereit

ERP-Versionen und Support-Stand erfüllen die E‑Rechnungsanforderungen nicht.

Viele Unternehmen in Deutschland arbeiten auf SAP-Versionen oder Add-on-Ständen, die XRechnung oder ZUGFeRD nicht vollständig unterstützen. Das fällt oft erst auf, wenn Testtransaktionen fehlschlagen – kurz vor Go-live.

Klären Sie frühzeitig: Welche Version ist im Einsatz? Sind die notwendigen Support Packages eingespielt? Werden EN-16931-konforme Formate vollständig erzeugt?

Fehler 4: Keine Formatstrategie

Rechnungsformate sind nicht eindeutig je Empfänger geregelt.

XRechnung, ZUGFeRD, Factur-X, FatturaPA – je nach Empfängerkreis und Land gelten unterschiedliche Anforderungen. Öffentliche Auftraggeber akzeptieren ausschließlich XRechnung. Wer das nicht vorab regelt, produziert Fehlversände und manuelle Nacharbeit.

Eine einfache Formatmatrix – welches Format für welche E-Rechnung und welchen Empfänger – spart im laufenden Betrieb erheblichen Aufwand.

Fehler 5: Stammdaten werden unterschätzt

Schlechte Datenqualität verhindert Automatisierung und sorgt für aufwendige Korrekturen.

Die Automatisierungsquote hängt direkt an der Datenqualität. Fehlende USt-IDs, falsche IBANs, inkonsistente Netto-/Brutto-Summen – das klingt banal, führt aber täglich zu Ablehnungen und manuellen Korrekturen.

Wer heute keine Dublettenprüfungen und Pflichtfeld-Validierungen etabliert, erkauft sich schlechte Automatisierungsquoten auf Jahre.

Fehler 6: Lieferanten werden vergessen

Lieferanten senden weiterhin nicht‑konforme Rechnungen mangels Information.

Viele Lieferanten senden weiterhin PDF-Rechnungen oder nicht-konforme Formate – nicht aus böser Absicht, sondern weil niemand sie rechtzeitig informiert hat. Seit 2025 dürfen diese PDF-Rechnungen im Rahmen der E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich nicht mehr akzeptiert werden.

Das Ergebnis: Sie müssen Rechnungen manuell anfordern, zurückweisen oder nachbearbeiten. Das belastet Geschäftsbeziehungen und kostet Zeit, die niemand hat.

Fehler 7: Compliance und Archivierung kommen als Nachgedanke

GoBD‑konforme Archivierung und Nachvollziehbarkeit fehlen häufig beim Go‑live.

GoBD-konforme Archivierung, revisionssichere Prüfpfade, Nachvollziehbarkeit – das sind keine Nice-to-haves. Wer diese Anforderungen erst nach dem Go-live löst, riskiert Probleme bei der nächsten Betriebsprüfung.

FIS-Wissen

GoBD steht für Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff.

Was wirklich hilft: Eine ehrliche Bestandsaufnahme vor allem anderen

Bevor irgendein Tool eingeführt, irgendein Format gewählt oder irgendein Lieferant angeschrieben wird, brauchen Sie eine gemeinsame Analyse – mit Finance, IT, Tax und Einkauf am selben Tisch.

Die entscheidenden Fragen:

  • Welche Formate gehen heute rein und raus – und welche E-Rechnungen müssen es künftig sein?
  • Wo stehen unsere Systeme – und was muss noch angepasst werden?
  • Unterstützen Sie XRechnung und ZUGFeRD vollständig?
  • Welche Pflichtdaten fehlen regelmäßig in unseren Rechnungen?
  • Sind unsere Lieferanten und Kunden informiert?
  • Wo entstehen heute Medienbrüche – und warum?

Diese Analyse dauert ein paar Tage. Sie spart Ihnen Monate an Nacharbeit.

Die E-Rechnung ist keine technische Fußnote. Sie ist eine Chance, Rechnungsprozesse grundlegend zu optimieren – wenn man sie richtig angeht.

Fragen zu diesem Thema? Unser Team hilft Ihnen gerne persönlich weiter.

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