7 Fehler beim Thema E-Rechnungspflicht im B2B: Was wirklich schiefläuft – und was Sie jetzt tun müssen
21. April 2026 | Lesezeit: 5 Minuten

Produktmanager bei FIS
Seit 2025 ist die E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich Realität. Für Unternehmen in Deutschland eine der größten Umstellungen im Bereich Rechnungsstellung der letzten Jahre. Was viele unterschätzen: Der eigentliche Aufwand liegt nicht in der Technik, sondern darin, dass Prozesse, Systeme und Menschen gleichzeitig bereit sein müssen. Und genau das klappt in der Praxis erschreckend oft nicht.

FIS-Wissen
Fehler 2: Es wird als IT-Projekt behandelt – nicht als Finance-Thema
Steuerlich relevante Prozesse werden ohne Finance falsch umgesetzt.
Dieser Fehler ist teuer. Die E-Rechnung berührt steuerlich relevante Workflows nach § 14 UStG. Wer Finance und Tax erst spät einbindet, baut Prozesse, die nachträglich umgebaut werden müssen – inklusive Validierungslogiken, Entscheidungen zum E-Rechnungsformat und Archivierungskonzepten.
Für CFOs bedeutet das: Sie müssen dieses Thema aktiv steuern, nicht delegieren.
FIS-Wissen
Praxisleitfaden: E-Rechnung erfolgreich einführen
Dieser Leitfaden hilft Ihnen, drei zentrale Fragen zu beantworten:
Fehler 3: Das ERP-System ist nicht bereit
ERP-Versionen und Support-Stand erfüllen die E‑Rechnungsanforderungen nicht.
Viele Unternehmen in Deutschland arbeiten auf SAP-Versionen oder Add-on-Ständen, die XRechnung oder ZUGFeRD nicht vollständig unterstützen. Das fällt oft erst auf, wenn Testtransaktionen fehlschlagen – kurz vor Go-live.
Klären Sie frühzeitig: Welche Version ist im Einsatz? Sind die notwendigen Support Packages eingespielt? Werden EN-16931-konforme Formate vollständig erzeugt?
Fehler 4: Keine Formatstrategie
Rechnungsformate sind nicht eindeutig je Empfänger geregelt.
XRechnung, ZUGFeRD, Factur-X, FatturaPA – je nach Empfängerkreis und Land gelten unterschiedliche Anforderungen. Öffentliche Auftraggeber akzeptieren ausschließlich XRechnung. Wer das nicht vorab regelt, produziert Fehlversände und manuelle Nacharbeit.
Eine einfache Formatmatrix – welches Format für welche E-Rechnung und welchen Empfänger – spart im laufenden Betrieb erheblichen Aufwand.
Fehler 5: Stammdaten werden unterschätzt
Schlechte Datenqualität verhindert Automatisierung und sorgt für aufwendige Korrekturen.
Die Automatisierungsquote hängt direkt an der Datenqualität. Fehlende USt-IDs, falsche IBANs, inkonsistente Netto-/Brutto-Summen – das klingt banal, führt aber täglich zu Ablehnungen und manuellen Korrekturen.
Wer heute keine Dublettenprüfungen und Pflichtfeld-Validierungen etabliert, erkauft sich schlechte Automatisierungsquoten auf Jahre.
Fehler 6: Lieferanten werden vergessen
Lieferanten senden weiterhin nicht‑konforme Rechnungen mangels Information.
Viele Lieferanten senden weiterhin PDF-Rechnungen oder nicht-konforme Formate – nicht aus böser Absicht, sondern weil niemand sie rechtzeitig informiert hat. Seit 2025 dürfen diese PDF-Rechnungen im Rahmen der E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich nicht mehr akzeptiert werden.
Das Ergebnis: Sie müssen Rechnungen manuell anfordern, zurückweisen oder nachbearbeiten. Das belastet Geschäftsbeziehungen und kostet Zeit, die niemand hat.
Fehler 7: Compliance und Archivierung kommen als Nachgedanke
GoBD‑konforme Archivierung und Nachvollziehbarkeit fehlen häufig beim Go‑live.
GoBD-konforme Archivierung, revisionssichere Prüfpfade, Nachvollziehbarkeit – das sind keine Nice-to-haves. Wer diese Anforderungen erst nach dem Go-live löst, riskiert Probleme bei der nächsten Betriebsprüfung.
FIS-Wissen
Was wirklich hilft: Eine ehrliche Bestandsaufnahme vor allem anderen
Bevor irgendein Tool eingeführt, irgendein Format gewählt oder irgendein Lieferant angeschrieben wird, brauchen Sie eine gemeinsame Analyse – mit Finance, IT, Tax und Einkauf am selben Tisch.
Die entscheidenden Fragen:
Diese Analyse dauert ein paar Tage. Sie spart Ihnen Monate an Nacharbeit.
Die E-Rechnung ist keine technische Fußnote. Sie ist eine Chance, Rechnungsprozesse grundlegend zu optimieren – wenn man sie richtig angeht.

Fragen zu diesem Thema? Unser Team hilft Ihnen gerne persönlich weiter.

Lesen, Anschauen, Informieren
In unserem Downloadbereich finden Sie eine große Auswahl an wissenswerten Inhalten rund um SAP – Expert-Talks, Whitepaper, Flyer. Um direkt zu finden, was Sie suchen, nutzen Sie die Filterfunktion für Themen und Content-Art.

Podcast
What´s SAP? gibt kurze Antworten auf komplexe Fragen rund um SAP. Er ist für alle, die in ihrem Berufsalltag wenig Zeit, aber Lust auf spannende Inhalte für zwischendurch haben – ob während der Fahrt, in der Kaffeepause oder zwischen zwei Terminen.

Blog
Unsere Blog-Autoren und Gastautoren halten für Sie stets Augen und Ohren offen, um über aktuelle Trends und Geschehnisse am Markt zu schreiben. Reinschauen lohnt sich!
