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Markt & Innovationen

SAP Business Connector ade – Lang leben die Schnittstellen-Tools

,Lesezeit ca. 5 Minuten

Der schon vor der Jahrtausendwende entwickelte SAP Business Connector (SAP BC) wurde über die Jahre immer wieder abgeschrieben. Doch nun steht zum 31.12.2020 das tatsächliche Wartungsende des BC bevor. Was Sie jetzt beachten sollten und wie Sie Ihre bestehenden Prozesse und Systeme weiterhin stabil halten, lesen Sie im folgenden Beitrag.

Was ist der SAP Business Connector?

Der SAP BC ist auch heute noch ein beliebtes und häufig genutztes Tool zur Konfiguration von Schnittstellen. Das Tool ermöglicht die Anbindung von Non-SAP-Systemen und Webservices an das eigene SAP-System, wobei die Vorteile in den hohen Sicherheitsfeatures sowie der kostenfreien Bereitstellung liegen. Die wichtigste Verwendung des BC ist aktuell die Anbindung der ELSTER-Schnittstelle, die für alle Unternehmen verpflichtend ist.

Zukunftsweisende Tools bilden auch Peppol, ERiC & Co. ab

Aufgrund des bevorstehenden Wartungsendes gilt es nun, sich Gedanken über neue Tools und Möglichkeiten der Schnittstellenverwaltung zu machen. Neben dem Wartungsende gibt es jedoch noch weitere Gründe, sich nach alternativen Schnittstellen-Tools umzuschauen. Immer wichtiger werdende Protokolle – wie Peppol, ZUGFeRD oder AS2 – können beispielsweise nicht mit dem BC abgebildet werden. Auch die seit Kurzem verpflichtende Schnittstelle ERiC, die die ELSTER-Schnittstelle ablöst, ist nicht mit dem SAP BC realisierbar.

Was gilt es bei der Auswahl von Schnittstellen-Tools zu beachten?

Schnittstellen-Tools gibt es in Hülle und Fülle. Ich möchte Ihnen ein paar Denkanstöße geben, die bei der Auswahl eines geeigneten Tools relevant sein könnten.

Gewohnte Systemlandschaft sorgt für Nutzerakzeptanz

Ein wichtiger Faktor bei der Einführung einer neuen Software ist vor allem die Nutzerakzeptanz. Die Anwender müssen sich von Anfang an wohl fühlen mit dem neuen Vorgehen, das mit der neu eingeführten Lösung einhergeht. Um für die Mitarbeiter den Umstieg also möglichst komfortabel zu gestalten, sollten Sie auf eine in das SAP-System integrierte Lösung setzen. Auf diese Weise arbeiten die Anwender in der für sie gewohnten Umgebung, sodass keine große Eingewöhnung stattfinden muss.

Nutzerfreundliche Technologien ermöglichen leichte Bedienbarkeit

Die neue Lösung sollte für die Nutzer einen höheren Komfort und eine intuitive Bedienbarkeit gewährleisten. Dies ist beispielsweise durch nutzerfreundliche Fiori-Technologien in der SAP-Landschaft sichergestellt. Auf diese Weise behalten Sie die gewohnte Umgebung bei und die Usability wird weiter erhöht.

Integrierte Lösungen erleichtern Anbindung externer Systeme und Partner

Eine integrierte Lösung bietet den Vorteil, dass die SAP-Systeme keine technologische Hürde überwinden müssen. Die Anbindung von externen Systemen oder Partnern ist leichter realisierbar. Darüber hinaus empfiehlt es sich, darauf zu achten, dass neben den SAP-spezifischen Formaten und Protokollen auch eine Vielzahl an weit verbreiteten Protokollen (zum Beispiel Peppol oder AS2) und Nachrichtenstrukturen (zum Beispiel XRechnung, ZUGFeRD oder auch XML) standardmäßig abgebildet werden können. Dies ermöglicht eine schnelle und einfache Anbindung von Partnern. Wie bereits eingangs erwähnt, sollte auch auf eine standardmäßig integrierte ELSTER-Schnittstelle (realisiert über ERiC) geachtet werden.

Monitoring-Funktionen erhöhen die Performance

Um die Qualität der (elektronischen) Kommunikation mit den Partnern stets im Auge zu behalten, sollte die Lösung umfassende Monitoring-Funktionen bieten. Diese erleichtern es Ihnen, den fehlerfreien Betrieb sicherzustellen. In einem geeigneten Tool können Sie direkt prüfen, wenn die Performance oder Qualität der Kommunikation mit Partnern nicht Ihren Anforderungen entspricht und weniger reibungslos funktioniert. Mit diesen Partnern sollten Sie gemeinsam evaluieren, wie Sie die Absprachen vertiefen oder gegebenenfalls sogar erneuern.

Flexibilität und Selbstständigkeit sicherstellen

Eine weitere wichtige Eigenschaft von zukunftsfähigen Schnittstellen-Tools ist die Flexibilität. Achten Sie darauf, dass dies gewährleistet ist und Sie gegebenenfalls selbstständig und einfach Mappings oder Kommunikationen anpassen können – ohne dass hierfür externe IT-Berater hinzugezogen werden müssen. Die User können somit eigenständig Kommunikationen einrichten und so die System- und Partnerwelt am Laufen halten und dadurch die Beziehungen zu Ihren Geschäftspartnern intensivieren und festigen. Dies beschleunigt die Reaktion auf sich ändernde Anforderungen (wie beispielsweise bei neuen Protokollen und Formaten) und hält die laufenden Kosten gering.

 

Eine leistungsfähige Anwendung unterstützt den User beispielsweise auch bei Mappings. Die Struktur einer Nachricht und des Zielformats können automatisiert erkannt werden. Vorbereitete Bausteine erleichtern die Gestaltung des Mappings zusätzlich. So können Mappings und Kommunikationen selbstständig und noch flexibler angepasst werden.

Fazit: Das Wartungsende als Chance begreifen

Sie müssen also keine Angst haben vor dem Wartungsende des SAP BC. Die Umstellung auf ein neues Tool sollte als Möglichkeit begriffen werden, mit dem Sie Ihre Arbeit jetzt noch effizienter und einfacher gestalten können. Die neuen Protokolle, die über eine geeignete Anwendung abgebildet werden können, erlauben Ihnen die Automatisierung weiterer Prozesse und die einfachere und intensivere Kommunikation mit Partnern über elektronische Wege.

Claudio Endres

Als Produktmanager bin ich jeden Tag mit Kollegen aus unterschiedlichsten Abteilungen in Kontakt. Die größte Herausforderung ist es dabei, die verschiedenen Schwerpunkte, mit denen sich die Gesprächspartner auseinandersetzen, zu erkennen und in meiner täglichen Arbeit und der Kommunikation darauf einzugehen. In meinen Beiträgen versuche ich Themen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, um somit eine gemeinsame Grundlage aus unterschiedlichen Bereichen zu schaffen.

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