Cloud Extensibility – Geht nicht, gibt’s nicht?

Cloud-Anwendungen werden immer beliebter. Jedoch ist es bei hier im Gegensatz zu On-Premises-Installationen nur schwer möglich sie durch ein individuelles Customizing zu konfigurieren. Wie Sie Ihre SAP CX-Anwendungen trotzdem anpassen, erfahren Sie im Beitrag am Beispiel der SAP Marketing Cloud.

Einige von Ihnen haben möglicherweise klassische SAP-Systeme im Einsatz, die auf Servern im eigenen Rechenzentrum oder dem des Basis-Dienstleisters laufen. In den meisten Fällen sind sie vermutlich auf Ihre Bedürfnisse, zum Beispiel aufgrund von Besonderheiten Ihrer Branche oder spezieller Prozesse, angepasst. Das heißt, das System wurde durch Customizing entsprechend konfiguriert oder der zugrunde liegende Code wurde modifiziert und erweitert, die Logik der Programme entsprechend angepasst.

Durch den vollen Zugriff der Entwickler auf das Backend stellt das bei diesen On-Premises-Systemen kein Problem dar.

Anders verhält es sich jedoch im wachsenden Bereich der Cloud-Anwendungen.

Hier werden die Systeme in Rechenzentren großer Dienstleister wie SAP gehostet. Der Lizenznehmer kann auf die Anwendung selbst zwar über das Internet zugreifen, hat jedoch keine Möglichkeit, in das Backend zu gelangen, um dort grundlegende Modifizierungen vorzunehmen.

Gegebene Prozesse individualisieren

Im Cloud-Umfeld wird auch von SAP stets darauf hingewiesen, dass die Vorteile einer Cloud-Lösung, wie zum Beispiel der schnelle “Time-to-Value”, insbesondere dadurch erreicht werden können, dass man bei der Implementierung neuer Software-Lösungen auf Szenarien setzt, die sich möglichst nahe am Standard bewegen (Best Practices).

Das heißt, die Prozesse sollten bestenfalls so verwendet werden, wie es die Software vorgibt. Damit wäre es zum Beispiel möglich, innerhalb weniger Wochen nach Projektstart die SAP Marketing Cloud produktiv zu nutzen.

Doch um realistisch zu bleiben – in den allermeisten Fällen gibt es im Unternehmen zum einen bereits fest definierte Prozesse, die schwer aufzubrechen sind. Zum anderen haben sich die User an bestehende Altsysteme gewöhnt, in die möglicherweise eigene Funktionalitäten programmiert wurden. In diesen Fällen wird es nur schwer möglich sein, eine neue Cloud-Lösung im Standard zu verwenden.

Welche Möglichkeiten bleiben also, wenn man nicht an den Quellcode herankommt, wie es bei eigens entwickelten oder On-Premises-Lösungen der Fall ist und Modifizierungen der Standard-Logik daher unmöglich sind?

In dieser zweiteiligen Blog-Serie möchte ich die verschiedenen Möglichkeiten aufzeigen, die SAP Marketing Cloud an Ihre Bedürfnisse anzupassen.

Fazit

Die Möglichkeiten zur Erweiterung variieren je nach Ausprägung der Software. Bei On-Premises-Systemen kann die Logik insgesamt etwas einfacher verändert werden als bei Cloud-Anwendungen. Sofern die Cloud-Lösung nicht im Standard genutzt werden kann, bestehen dennoch zahlreiche Optionen, individuelle Szenarien abzubilden. In Teil 2 dieser Serie lesen Sie, wie Sie sich dies zunutze machen können.