zurück
FinanzenMarkt & Innovationen

Planung mit der SAP Analytics Cloud: Die Funktion "Werte verschieben"

,Lesezeit ca. 6 Minuten

Das neue strategische Front-End-Tool für Planung und Reporting von SAP, die SAP Analytics Cloud, unterstützt die Anwender in vielerlei Hinsicht. Eine besondere Hilfestellung im Planungsprozess bietet die Funktion "Wert verschieben". Die nützliche Funktion ist sowohl für die Bottom-Up- als auch die Top-Down-Planung geeignet.

Egal ob im Großkonzern oder im Mittelstand: Die Unternehmensplanung nimmt einen zentralen Stellenwert ein.

 

Jedoch sind der Umfang und die Ausprägung der Planung stets abhängig von den betroffenen Planungselementen der betrieblichen Funktionsbereiche beziehungsweise der verschiedenen Handlungsfelder im jeweiligen Funktionsbereich.

 

So wird zum Beispiel im Bereich Einkauf von den Planungselementen Lieferant, Material sowie Werk gesprochen und im Gegenzug im Bereich Human Resources von der Anzahl an Mitarbeitenden sowie den Kosten derer.

 

Eines haben die Planungselemente aber oft gemeinsam: Sie basieren auf historischen Daten als Vorschlagswerte, in denen nützliche Informationen stecken.

 

Mit der SAP Analytics Cloud können diese effektiv genutzt werden.

Herausforderungen der Bottom-Up- oder Top-Down-Planung

Möglichst alle relevanten Merkmalskombinationen von Funktionsbereichen oder Planungsfeldern realistisch zu beplanen, ist aufgrund des Volumens oft schier unmöglich.

 

Abhängig von der Anzahl der zu planenden Elemente, ist es oft wichtiger, bestimmte Eckwerte zu erreichen, womit der Grundsatz "Zuordnung vor Genauigkeit" für die Planung ausreichend ist.

 

Zudem besteht meist ein Interessenskonflikt zwischen der operativen Bottom-Up und der strategischen Top-Down-Planung:

 

  • Die Planer auf operativer Ebene hätten meist das Wissen, um einzelne Kombinationen zielgenau zu erfassen und anzupassen, es sind oft aber zu viele oder die Zeit zu knapp.
  • Die Planer auf Management-Ebene kennen nicht alle die Details, dafür aber die Zielvorgaben der jeweiligen Unternehmensbereiche, die auf den unteren Ebenen im nächsten Jahr zu erfüllen sind.

Viele Herausforderungen, eine Lösung: Die Funktionalität "Werte verschieben"

Werden die benötigten Merkmale logisch sinnvoll gruppiert (Produktgruppen, Organisationseinheiten, regionale Strukturen), so kann die Standard-Funktionalität "Werte verschieben" der SAP Analytics Cloud eine wertvolle und zeitsparende Hilfe in der Planung sein.

 

Denn die Standard-Funktionalität bietet folgende Möglichkeiten, um den Planenden zu unterstützen:

 

  • Eine Verteilung von Werten von höheren Hierarchie-Ebenen (Regionen) auf tiefere Ebenen (Länder, Subregionen) kann manuell oder automatisiert erfolgen.
  • Generell besteht immer die Möglichkeit, jeden einzelnen Schnittpunkt der Plandaten manuell mit einem neuen Wert zu überschreiben.
  • Die automatisierte Verteilung findet Anwendung, sobald ein neuer Wert auf einen leeren Hierarchie-Knoten eingegeben und dieser gleichmäßig auf die tieferliegenden Hierarchie-Blätter verteilt wird. Auch Abkürzungen wie 5m (für 5 Millionen) oder 13t (für 13.000) sind möglich.

Besonders hilfreich: Datenveränderung mit relativer Eingabe

Eine weitere entscheidende Stärke für die Planung mit der SAP Analytics Cloud liegt in der Möglichkeit, Anpassungen durch relative Werte vorzunehmen.

 

Die Anpassungen, wie +5 Prozent oder -3 Prozent, werden dann bis auf die tiefste Hierarchie-Ebene automatisch berechnet.

Die tiefste Hierarchie-Ebene bedeutet in diesem Fall, dass die einzelnen Produkte zu bestimmten Produktgruppen und einzelne Händler zu Händlergruppen (und diese wiederum zu Vertriebskanälen) zusammengefasst sind.

 

Diese beiden Gruppen ergeben dann in ihrem Schnittpunkt die Gesamtsumme der Planwerte aus allen Einzel-Kombinationen von beispielsweise zehn Produkten und 30 Händlern. Wird die Summe im Schnittpunkt um 20 Prozent erhöht, errechnet die SAP Analytics Cloud nicht nur den neuen Planwert absolut, sondern bucht alle 300 Schnittpunkte zwischen Produkten und Händlern mit einem neuen Einzelwert. Erst die Summe der 300 Einzelwerte ergibt dann die eingegebene Veränderung um +20 Prozent.

 

Die von der Veränderung betroffenen Werte werden durch eine Markierung hervorgehoben:

Planung mit der SAP Analytics Cloud: Was ist bei der Datenerfassung oder -änderung zu beachten?

Bei der automatischen Verteilung werden die Werte sowohl über die Zeilen- als auch die Spaltenstruktur hinweg verteilt. Bei leeren Blättern erfolgt die Verteilung gleichmäßig auf alle unter dem jeweiligen Knoten.

 

Bei bereits vorhandenen Werten erfolgt die Verteilung im Verhältnis bereits existierender Werte auf den einzelnen Blättern. Somit wird die ursprüngliche Gewichtung der einzelnen Werte auch beim Überschreiben mit veränderten Werten automatisch beibehalten. Der Anwender muss die Verhältnisse nicht berechnen und das jeweilige Delta manuell erfassen.

 

Der Vollständigkeit halber ist zu erwähnen, dass sich die eingegebenen Werte auf alle Dimensionen des Datenmodells auswirken, auch diejenigen, die nicht sichtbar sind.

 

Das bedeutet beispielsweise, wenn Daten auf Monatsebene vorliegen – jedoch keine zeitliche Einschränkung im Aufriss oder im Hintergrund festgelegt ist –, werden diese Werte zum jeweiligen Anteil auf alle Ausprägungen (hier: Januar bis Dezember) heruntergebrochen.

 

Anpassungen erfolgen nicht, sofern Merkmalswerte über den Story- oder Seitenfilter ausgeschlossen werden oder bestimmte Zellen manuell gesperrt werden. Das ist vor allem wichtig zu wissen, um nicht aus Versehen Werte zu ändern, beziehungsweise nicht ans Limit zu stoßen, dass die SAP Analytics Cloud für eine Einzeloperation vorgibt.

 

Darüber hinaus bietet die SAP Analytics Cloud weitere Erleichterungen in der Bedienung. Denn die Story schlägt dem Anwender sogar Verteilungsmöglichkeiten vor. Hier einige Beispiele:

Der Anwender bekommt Empfehlungen vorgeschlagen, die zur leichteren Orientierung im Tabellenbereich hervorgehoben sind:

Außerdem ist der Planer in der Lage, den Gesamtbetrag oder auch einen frei wählbaren Betrag einzugeben und auf bestimmte Ebenen zu verteilen.

 

Es besteht die Möglichkeit, die Werte zu addieren oder zu überschreiben und sie anhand von sogenannten Treibern zu verteilen. Zum Beispiel als tatsächliche Eingabewerte, als prozentual eingegebene Gewichtung oder anhand von gleichmäßiger oder proportionaler Verteilung.

Fazit

Die zielsichere Bedienung erfordert – wie bei allem Neuen – zu Beginn etwas Übung, da die Möglichkeiten, Werte in der SAP Analytics Cloud zu verschieben, vielfältig sind. Die Funktionalität an sich stellt jedoch eine sehr effiziente Arbeitserleichterung in der Planung dar.

Martin Kreitlein

Als Berater bei FIS im Bereich Business Intelligence liegt mein Fokus auf Backend-Themen im Business Warehouse, genauso wie in Front-End-Technologien wie Analysis for Office oder der SAP Analytics Cloud. Meine langjährigen Erfahrungen in Entwicklung und Administration unterstützen mich bei der Umsetzung anspruchsvoller BI-Themen.

Seite weiterempfehlen