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So lässt sich "T-ZUG" leicht in SAP HCM abbilden

Freizeit statt Geld – der Tarifvertrag der IG Metall und Elektro macht es möglich. Der Rahmen steht, die Umsetzung in SAP ist allerdings oft noch offen.

In der Produktenwicklung werden wir – vor allem im Personalbereich – mit immer neuen externen Vorgaben konfrontiert, die eine zeitnahe Umsetzung erfordern. Ein Beispiel hierfür ist der Bestandteil "T-Zug" des Tarifvertrags der IG Metall und Elektro. Ich möchte gerne kurz vorstellen, welche Herausforderungen uns bei diesem Thema begegnet sind und wie wir versucht haben, hier eine Lösung zu finden.

 

"Lieber Freizeit statt Geld", das ist aufgrund des Tarifvertrages der IG Metall und Elektro zum tariflichen Zusatzgeld ("T-ZUG") seit Februar des vergangenen Jahres möglich. Wer entsprechend lange im Betrieb tätig ist, Kinder betreut, Angehörige pflegt oder in Schichtmodellen arbeitet, kann eine neue tarifliche Sonderzahlung auch in freie Tage umwandeln. Diese Möglichkeit, die der Tarifvertrag bietet, wird von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern offenbar sehr häufig angenommen.

 

Tarifgebundene Firmen sind verpflichtet, den Tarifvertrag umzusetzen und somit ihren Mitarbeitern auch diese Möglichkeiten zu offerieren. Ob ein Mitarbeiter Anspruch auf die tarifliche Sonderzahlung hat, muss individuell ermittelt werden. Diese Auswertung ist derzeit aber mit einem SAP HCM System sehr aufwändig.

 

Mit meinem Team habe ich daher eine Lösung entwickelt, mit der genau dieser Sachverhalt sauber abgebildet werden kann: Die Daten werden in einem eigenen Infotyp zeitraumgenau vorgehalten und können vom Status als beantragt, abgelehnt oder genehmigt geführt werden. Die Anspruchsvoraussetzungen können entweder automatisiert validiert werden oder aber (falls die entsprechenden Informationen im System gar nicht greifbar sind) manuell gepflegt und bestätigt werden.

 

Die Pflegbarkeit der Daten wird über ein eigenes Customizing gesteuert. Hierüber ist es auch möglich, zusätzliche Anspruchsvoraussetzungen – die über die tarifvertraglichen Möglichkeiten hinaus gehen und vom Unternehmen selbstständig bestimmt werden können – abzubilden. Neben der Pflegbarkeit sind natürlich auch kundenspezifische Ermittlungen abbildbar.

 

Ein ermittelter Anspruch kann dann zur automatischen Anlage eines Kontingents führen. Da aber auch Wunsch-/Plantage für die Freistellung hinterlegt werden dürfen, können diese Tage bei Genehmigung, wie der Anspruch auch, bereits dem System bekannt gemacht und als Abwesenheit eingestellt werden.

 

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dem System die ebenfalls im Tarifvertrag "T-ZUG" definierten Fälle einer verkürzten bzw. verlängerten Sollzeit bekannt zu machen.

 

Bei Bedarf lässt sich aus Zeitabrechnung oder Entgeltabrechnung auf diese Information zugreifen, wodurch die Steuerung auch auf diese Sachverhalte Bezug nehmen kann. Der Tarifvertrag kann somit ganzheitlich im SAP HCM abgebildet werden und verursacht folglich keine zusätzlichen Aufwände oder Arbeitsschritte in der Personalabteilung oder Verwaltung.

 

So müssen wir uns in der Entwicklung immer wieder mit neuen Themen beschäftigen und freuen uns, wenn wir unseren Kunden das Leben mit neuen Lösungen erleichtern können.

Ansgar Schleyer

Als Leiter der Entwicklung im Bereich SAP HCM bei FIS berichte ich über aktuelle Trends und technische Innovationen auf dem Gebiet der Human Resources. Der Fokus meiner Beiträge liegt dabei auf der technischen Umsetzung neuer Lösungen als Antwort auf die sich kontinuierlich verändernden Anforderungen im Personalmanagement. Außerdem möchte ich Einblicke in unsere Entwicklungstätigkeiten geben und meine langjährigen praktischen Erfahrungen rund um SAP im Personalbereich mit den Lesern des Blogs teilen.

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