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Unternehmen, Menschen und Technologie – Blockchain im Personalwesen

Sprechen wir von personenbezogenen Daten und ihrer Verarbeitung, kommt den meisten Menschen, gerade nach Einführung der EU-DSGVO, eines in den Sinn: es geht hier um Sicherheit. Im privaten Bereich sehr geschätzt, ist die sichere Verarbeitung von Daten für Unternehmen oft eine Herausforderung. Eine effiziente Lösung für die Speicherung und Verifizierung von persönlichen Daten im Personalbereich könnte die Blockchain darstellen.

Die Sicherheit der Blockchain-Technologie wurde bereits im ersten Beitrag unserer Blockchain-Serie verdeutlicht: Durch das Zusammenfügen von Daten in einem Block, verteilt über mehrere Rechner, sowie das Vorhandensein einer Prüfsumme seines Vorgängers im nächsten Block, ist eine dezentrale Verteilung und Verschlüsselung der Informationen gegeben. Dies garantiert eine sichere Speicherung und Überprüfung von Daten.

 

 

Verifizierung von Daten im Recruiting

In der Bewerbungsphase ist das Senden von Daten zum Nachweis der Qualifikation für eine offene Stelle in Form von Papier oder per E-Mail das bewährte Vorgehen von Bewerbern. Die Personaler im Unternehmen greifen dann auf diese Informationen zurück, um Bewerber zu beurteilen. Neben dem Lebenslauf geht es hier um akademische Titel, Zeugnisse, Referenzen, Anstellungsdauer, Position, besuchte Seminare, Projekte und Weiterbildungsmaßnahmen.

 

Für die Authentifizierung dieser Angaben, vor allem der Identität der Person sowie vorgelegten Schulzeugnissen und Universitäts- oder Berufsabschlüssen, ist die HR-Abteilung auf die öffentliche Verwaltung und Universitäten angewiesen. Das bedeutet auch, dass Unternehmen die Systeme dieser Instanzen nutzen müssen. Diese haben sozusagen ein Monopol auf ihre Dienstleistungen. Personalverantwortliche sind also gezwungen, die Gebühren für deren Services in Kauf zu nehmen.

 

Die Verifizierung von Daten könnte aber auch auf sichere und nachvollziehbare Art über eine Blockchain-Datenbank-Architektur erfolgen. Arbeitnehmer könnten einen "lebendigen" Lebenslauf in der Blockchain führen, in dem sie laufend Informationen zu ihrer Person und ihrem Werdegang ergänzen. Die in der Blockchain eingetragenen Qualifikationen können nicht gefälscht werden, im Gegensatz zu Zeugnissen in Papierform.

 

Erste Anwendungen der Technologie zum Nachweis von Abschlüssen gibt es bereits an verschiedenen Universitäten. In Griechenland können Studenten beispielsweise zukünftig ihre Universitätsabschlüsse in die Blockchain laden lassen und in ihrer Bewerbung darauf verweisen. Dies ist das Ergebnis eines Gemeinschaftsprojekts des Blockchain-Dienstleisters IOHK und des griechischen Forschungs- und Bildungsnetzwerks GRNET mit zunächst drei beteiligten Universitäten des Landes. Ein weiteres Beispiel ist die App "Blockcerts Wallet", in der die Bürger von Malta zukünftig ihre Zeugnisse in der Blockchain speichern können. Die App benachrichtigt automatisch die jeweiligen Universitäten oder Institutionen, welche die Einträge dann verifizieren und in der Blockchain sichern. So können die Malteser ihre Abschlüsse jederzeit in Echtzeit nachweisen, selbst wenn es die entsprechende Universität gar nicht mehr geben sollte.

 

 

Moderne Personalverwaltung: Smart Contracts für Freelancer

Die Ethereum Foundation gründete mit ihrer dezentralen Plattform eine der inzwischen bekanntesten Blockchain-Technologien sowie die Kryptowährung Ether. In Verbindung mit Ethereum fällt aber auch oft der Begriff "Smart Contract". Auf Basis der Blockchain-Technologie hat die Foundation eine Plattform zur Abwicklung dieser "smarten Verträge" geschaffen. Für das Personalwesen ergibt sich hier die Möglichkeit über die eingesetzten Algorithmen die Bezahlung und Leistungserbringung von Arbeitnehmern abzuwickeln. Vor allem bei der Vergütung von zeitlich begrenzten Vertragskräften und Freelancern hat das Unternehmen weniger bürokratischen und zeitlichen Aufwand.

 

 

Fehlendes Know-How als Hürde für die Blockchain-Technologie

Klare Herausforderung des Einsatzes der Blockchain im Personalwesen ist die Beteiligung Dritter, wie staatlichen Einrichtungen. Was bei fortschrittlichen Universitäten bereits funktioniert, dürfte sich gegenüber komplexen Verwaltungsapparaten schwierig gestalten. Ein allgemeines Problem ist außerdem das aktuell noch fehlende Wissen rund um das Thema Blockchain. Bei einer YouGov Umfrage im Jahr 2017 unter Entscheidern im Mittelstand waren nur 18 % die Möglichkeit des Einsatzes von Blockchain zum Verwalten von Echtheitszertifikaten bekannt. Während 15 % über den Einsatz der Technologie zur Vertragsverwaltung Bescheid wussten, kannten 43 % der Entscheider keine der genannten Einsatzmöglichkeiten. So gibt es zwar schon einige Anwendungen in der Praxis, ob die Technologie aber in naher Zukunft massentauglich im Personalwesen eingesetzt werden kann, wird sich zeigen.

Julia Baus

In meinen Beiträgen berichte ich über meine Erfahrungen als Marketer im digitalen Zeitalter. Aktuelle Themen wie Leadgenerierung, Content Marketing und Customer Engagement möchte ich unter die Lupe nehmen und zeigen wie Marketing, Sales, Service und IT in der datengetriebenen Kommunikation zusammenarbeiten müssen, um Interessenten zu gewinnen und Kunden zu binden.

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