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Wie Blockchain das Marketing und den Vertrieb revolutioniert

Erwähnt man heutzutage das Thema "Blockchain", so schaut man oft in verdutzte Gesichter. Der Begriff ist zwar bekannt, aber die genaue Funktionsweise kann nur schwer in einfache Worte gefasst werden. Oft wird Blockchain erst einmal mit der modernen Kryptowährung "Bitcoin" in Verbindung gebracht.

Trotz des fehlenden Detailwissens, sagen 55 Prozent der deutschen Unternehmen, dass Blockchain in Zukunft eine große Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft haben wird, so der Bundesverband "Bitkom". Er sieht Blockchain als eines der zehn Top-Themen der Digitalwirtschaft.

 

Wie die Technologie funktioniert, wurde bereits zu Beginn der Blockchain-Serie im Artikel "Blockchain einfach erklärt" thematisiert. Nun möchten wir uns damit beschäftigen, wie Blockchain in den Bereichen Marketing und Vertrieb gewinnbringend eingesetzt werden kann.

Blockchain im Marketing

Die Grundlage zur Nutzung der Blockchain-Technologie im Marketing liegen in der Nachverfolgung jeglicher Daten und der Aussortierung falscher Informationen.

 

Beispielsweise kann die Herstellung eines Produktes mit Blockchain nachverfolgt werden. Durch das Scannen eines entsprechenden QR-Codes können Daten aus der Vergangenheit eingesehen und die Herkunft des Produktes sowie seine logistische Kette identifiziert werden. Äußerst wichtig ist dieser Use Case im Lebensmittelbereich, da hier großer Wert auf regionale und fair gehandelte Güter gelegt wird. Durch die umfassende Produkthistorie bieten Unternehmen ihren Kunden eine gewisse Transparenz, die sie von Wettbewerbern abhebt.

 

Blockchain soll im Marketing allgemein als Mehrwert schaffende Infrastruktur-Technologie eingesetzt werden, die die Tätigkeiten der Marketer nicht ersetzt, sondern unterstützt und zu einer höheren Effizienz der Prozesse führt. Dank der enormen Transparenz der jeweiligen Transaktionshistorie und der steigenden Sicherheit kann die Blockchain-Technologie dabei helfen, Werbegelder sinnvoller einzusetzen. "Ad-Fraud", das betrügerische Vortäuschen von nicht erbrachten Werbeleistungen, kann damit verhindert werden, da sich die Handlungen innerhalb eines Blocks genau nachverfolgen lassen. Dadurch kann die Qualität der Marketing-Aktionen ansteigen, da das Budget effizienter eingesetzt wird. Diese neue Flexibilität ermöglicht den Marketern eine attraktivere Ansprache der Kunden und Interessenten durch spezifische und individuelle Werbung, was zu einem besseren Kundenerlebnis führt.

 

Ein weiterer interessanter Use Case ist der Umgang mit Fake News. Mit Blockchain besteht die Möglichkeit, Bots und Produzenten vorgetäuschter Nachrichten den Kampf anzusagen. Der Schlüssel liegt darin, die Nutzer einzubeziehen: man bietet ihnen eine monetäre Belohnung, wenn sie den Content klassifizieren. Diese könnte beispielsweise in Form von Kryptowährung erfolgen. Zur besseren Nachverfolgung kann bei der Entstehung solcher Nachrichten zudem ein sogenannter "Prüfpfad" eingerichtet werden, der auf der Blockchain-Technologie basiert.

 

Heutzutage sind der Datenschutz und die Sicherheit personenbezogener Informationen ein extrem wichtiges Thema – vor allem auch im Marketing. Auch hierfür kann Blockchain eingesetzt werden, da die dezentrale Datenbank eine sichere Aufbewahrung von Kundendaten, aber auch gleichzeitig eine effiziente Nutzung bietet. Unternehmen können sich beispielsweise Einwilligungen zur Nutzung persönlicher Daten über die Blockchain-Technologie einholen.

Blockchain im Vertrieb

Blockchain kann nicht nur im Marketing sinnvoll eingesetzt werden, sondern bringt auch für den Vertrieb Vorteile mit sich. Allgemein ermöglicht Blockchain eine zunehmende Digitalisierung des Sales Departments, vor allem durch die hohe Transparenz und die Automatisierung in der Vertragsabwicklung.

 

Die zentralste Anwendung im Vertrieb sind Smart Contracts, da sie vor allem hinsichtlich der Compliance und der Automatisierung von definierten Abläufen (Sales Automation) große Verbesserungen mit sich bringen. Diese Verträge beinhalten Source Codes mit entsprechenden Handlungsleitlinien, die die Technik dazu veranlassen, bei der Erfüllung bestimmter Bedingungen sofort zu reagieren und die jeweilige Transaktion in Kraft zu setzen. Dieser Einsatz ermöglicht vor allem im Hinblick auf Themen innerhalb der Industrie 4.0 und dem Internet of Things eine höhere Effizienz.

 

Außerdem lassen sich neue digitale Geschäftsmodelle und Produkte mit Blockchain initiieren, die aus der dezentralen Struktur der Kette resultieren. Die Basis für diese Modelle ist die Sicherheit bei automatisierten Vorgängen, die Blockchain garantiert. Ein berühmtes Beispiel zum Einsatz der Blockchain-Technologie ist die TUI Group, die mit dem Projekt "BedSwap" ihre globale Bettenauslastung steuert. Der Ausgangspunkt ist die Verlagerung des gesamten Bettenkontingents in die Blockchain. Zu Beginn wird angenommen, dass die TUI Group insgesamt 200 Betten auslasten kann und diese hälftig auf Land A und Land B verteilt. In Stoßzeiten werden nun jedoch in Land A 150 Betten benötigt. Durch die Verwendung von Blockchain kann automatisch reagiert werden, indem Land B 50 seiner 100 Betten für den erforderlichen Zeitraum übergibt. Da man jede Transaktion nachverfolgen und überprüfen kann, hat man stets den momentanen Stand der Auslastung und die Verfügbarkeit weiterer Betten im Blick. Dadurch sind einzelne Regionen in der Lage, saisonal auszuhelfen.

Kann sich Blockchain dauerhaft durchsetzen?

Um Blockchain gewinnbringend im Unternehmen einzusetzen, ist es wichtig, Vertrauen in die Technologie zu schaffen, um eine grundlegende Akzeptanz im Unternehmen, aber auch bei Kunden, zu generieren. Sind diese Herausforderungen erfüllt, kann die Blockchain-Lösung in den nächsten Jahren das Datenmanagement weiter verbessern und Kunden vor Datenmissbrauch schützen.

 

Abschließend kann also gesagt werden, dass die Blockchain-Technologie in naher Zukunft enorm wichtig werden kann – die 55 Prozent der deutschen Unternehmen haben mit ihrer Einschätzung demnach ein gutes Händchen bewiesen.

Fabio Pfister

In meinem dualen Studium des BWL-Dienstleistungsmanagements, in dem ich auf IT-Consulting spezialisiert werde, stehen Themen wie das Internet der Dinge und Big Data an der Tagesordnung. Die behandelten Herausforderungen innerhalb der BWL werden nicht nur den Vertrieb und das Marketing, sondern auch die Beratung in Zukunft wandeln. Deshalb ist das Sammeln von Erfahrungen mit solch brisanten und viel diskutierten Technologien enorm wichtig und hilfreich für das kommende Berufsleben.

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